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14.09.2017 -- Andreas Kühner / wv

Visionsfeier Doppelpunkt 21 – Das Berner Kirchenfest

Abschluss der Visionen zu einem erneuerten Kirchenverständnis und Anfang zur Umsetzung in den Alltag, ein Kurzbericht zum Sonntag, 10. 09. 2017 auf dem Bundesplatz in Bern


 

„Mr wei nid grüble, äs isch äbe eso“

Massimo Rocchi, der begnadete und feinfühlige Humorist, eröffnete den eigentlichen Festakt am vergangenen Sonntagnachmittag auf dem Bundesplatz und wählte den zitierten Bärnerspruch als Leitsatz für sein Wort zum Sonntag ... nachmittag. Pinocchio und die Bibel hätten für ihn als Kind zur Auswahl gestanden. Warum er die Bibel weit spannender erlebte und Pinocchio langweilig, zeichnete er mimisch und temperamentvoll in manchem Wortbild. Sein mehrmals eingeflochtenes „äs isch äbe eso“ munterte auch dazu, nicht immer alles bis ins Detail zu hinterfragen und zu erklären oder in Frage zu stellen.

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Massimo Rocci, wie er spricht und mimt, aufgenommen auf der Grossleinwand neben der Bühne

Seine Freude über die Gemeinschaftserlebnisse in und um die Kirche übertrug sich auf den mit Menschen allen Alters und aller Gattung überfüllten Bundesplatz. Rocchi wurde angekündigt mit dem Nachsatz: eine Sicht von Aussen. Er ist in diesem Bericht deshalb auch als einziger mit Namen genannt. Seine Sicht von aussen malte deutlich sein inneres Gemeinschaftsverständnis.

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Wer einen der xtausend Stühle ergattern konnte, was sicher glücklicher als die vielen, die stehend die zweieinhalb Stunden ausharrten! 

Vor 500 Jahren reformierte der Mönch und Bibelübersetzer Martin Luther die religiös verbetonierte Gesellschaft. Die Leitung der reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn arbeitete drei Jahre an der Vision 21, einer Art neuer Reformation.

Die Leitsätze dieser Zukunfts-Wunschsicht, wie man Vision definieren könnte, fanden ihre Umsetzung im Programm der Feier. Mit Worten, Musik und Tanz, soweit es in den engen Verhältnissen möglich war, zelebrierten die Einen und nahmen es Andere entgegen, was die Vision als Motivation und mit Leitsätzen innerhalb und für die Kirchgemeinden bedeuten soll.

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Rund tausend Sänger und Musiker probten die Lieder und Musikstücke während Wochen. Über achthundert Sänger aus zahlreichen Kirchenchören, einem Jodel- und einem Posaunenchor, einem Gospel- und einem Kinderchor sowie einer Pop Gruppe, sangen und musizierten in der Gemeinschaft dieser riesigen Freiluftkirche.

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In der musikalischen Mitte der Feier stand das Visionslied. Sein Titel „Von Gott bewegt. Den Menschen verpflichtet.“ In vier Strophen sangen die Chöre von Vielem, was das Leben schön macht, was die Schöpfung beschert, was wir beitragen können zum Frieden und manches mehr. Den Refrain sang die ganze Menschenmenge auf dem Bundesplatz mit. Eine Mega-Beschallungsanlage von ausgezeichneter Qualität verbreitete die Worte „Von Gott bewegt. Den Menschen verpflichtet. So lasst uns eins in Christus Kirche sein. Aus vielen Körnern wird ein Brot gebacken. In Vielfalt stellt sich Gott stets ein“. Der volle Bundesplatz in Bern umhüllt von harmonischen Tönen der tausenden von Stimmen schaffte ein einmaliges Erlebnis. Vergleichbar wohl mit dem Gemeinschaftserlebnis, wie es oft im TV gezeigt wird anlässlich von Massenmessen mit dem Papst. Nur, dass eben die reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn keinen Papst hat und vielleicht darum auch nicht vom SRF besucht wurde.

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Eine Berner Pfarrerin verdeutlichte in einer erfreulich kurzen Predigt den Bezug zu Pfingsten. Damals vor rund 2000 Jahren wurde die junge Gemeinschaft von Christusnachfolgern von Gott bewegt, sagte sie, und aufgefordert, die Botschaft in die Welt zu tragen. Es sei sicher nicht falsch, die aktuelle Vision 21 damit zu vergleichen.

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Begonnen hatte der Tag in Bern mit 8 Gottesdiensten zum Thema in 8 Kirchen. Über Mittag fand auf dem Waisenhausplatz die „ Speisung der 5000“ statt. Wie man hörte wiederholte sich das Wunder des Essens für alle nicht. Die Zeit in der Warte-schlange, bis man zum erhofften Risottoteller kam, reichte nicht für jeden und jede, bevor die Feier mit Rocchi begann.

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Während der ganzen Feier zogen dunkle Wolken über den Platz und drohten, jeden Moment auszuleeren.

Es blieb trocken!

Alle Bilder auf dieser Seite: Willy Vogelsang

 

Detaillierte Berichte und viele weitere Bilder sind auf der Webseite von Vision Kirche 21: Doppelpunkt 21 zu sehen! Klick auf den Link