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05.11.2017 -- Erica/etna / wv

Schleierhaftes - Unorthodoxes

Aus den Erinnerungen und Geschichten von Erica/etna, SeniorBasel


Wir haben November. Dieser Monat wird auch als der Totenmonat bezeichnet. Und ich denke, dieser Monat wüde sich auch gut dazu eignen, auch einmal ein Thema aufzunehmen, vor dem viele Menschen immer noch zurück schrecken. Anschauen kann man sich aber andere Ansichten immer, man muss sie ja nicht als die eigenen annehmen, man kann alles auch verwerfen. Aber sich mitteilen, auch bei Themen, die immer noch so etwas wie TABU sind, das kann, so wie ich meine, nicht schaden. Es hilft vielleicht, auch andere Ueberlegungen kennen zu lernen.

Daher wage ich es. Man kann es lesen, man kann darüber nachdenken, es zerpflücken, es ablehnen, und es als Spinnerei abtun. Alles ist möglich. Sogar auch vieles, das Undenkbar erscheint. Da ist jeder sein eigener Meister und mag es halten wie er will.

Schleierhaftes

Durch einen Schleier zu schauen ergibt kein sehr klares Bild, aber etwas kann man sehen, wenn auch ein wenig vernebelt. Wenn man hinter einer geschlossenen Türe steht, kann man nicht gut hören, was im Raum drinnen gesprochen wird, aber einige Silben, einige Wortfetzen kann man vielleicht doch mitbekommen.

Ja, dieser Schleier! Ein Brautschleier ist es nicht und doch so etwas in der Art. Es ist der dünne Schleier, der uns von allem trennt, was weiter passiert, wenn wir diese Erde verlassen, wenn unser Geist, unsere Seele, sich vom Körper trennt um zurückzukehren.

Wohin zurückzukehren?
An unseren Ursprung, unsere Quelle…

Spiritualität, antike Zivilisationen, Naturvölkerglauben und was es alles noch so gibt, lassen eine Ahnung davon zu. Und aus allen diesen Weisheiten, Ansichten, Glaubensinhalten kann jeder Mensch sein eigenes, ganz persönliches CREDO erfahren, mit dem er zurecht kommt und mit dem er gelöst und angstfrei auf seine Abreise zusteuern kann, getröstet und neugierig auf das, was „danach“ kommt.


WV DSCN1838 20151205Nebelallee (Foto: WillY)
 
Meine Schwägerin Quiny, die einzige unter all meinen Verwandten, die sich für diese und ähnliche Fragen interessiert, wohnt ziemlich weit weg, in einem anderssprachigen Teil unseres Landes. Aber am liebsten erörtert sie solche Themen in unserer gemeinsamen Muttersprache. Viele Stunden haben wir so schon am Telefon miteinander geredet, Ansichten erörtert und manchmal auch gestritten, und es waren immer wieder dieselben Fragen, die sie mir stellte. Ich bin ja auch kein Kirchenlicht, und daher konnte ich ihr immer nur wiederholen, was für mich einen Wert darstellt, den ich nicht missen möchte, nämlich die Gewissheit, dass wir als geistige Wesenheiten weiter existieren, wie schon vor unserer Geburt, auch nachdem wir als Menschen aus diesem Leben ausscheiden.

Quiny ist hartnäckig und gibt ihren Standpunkt nicht gerne auf zu Gunsten meiner Erklärungen, die ich ihr immer wieder geben muss, und die sie immer wieder hinterfragt.

So bin ich auf die Idee gekommen, das, was ich ihr schon am Telefon immer wieder beteuern musste, aufzuschreiben. Vielleicht hat jemand anderes auch solche oder ähnliche Fragen und Bedenken. Ich erzähle nur, was ich dabei erlebt habe, und das, was mir parallel dazu noch als wichtig erscheint. Jeder soll es so auffassen, wie er will und kann:

„Für mich stimmt es“!
 
Antonius Albtraum20131015 DSC02410wv "Die Peinigungen des Hl. Antonius, von Matthias Grünewald aus dem Isenheimer Altar" (Foto: WillY)
 
 
Umwege

Nicht immer kann man gerade auf ein Ziel lossteuern, hauptsächlich nicht, wenn man gar nicht weiss, was man sucht oder was man finden will. Vielleicht irrt man eine Zeitlang fast orientierungslos umher, glaubt, das Gesuchte gefunden zu haben um es gleich wieder fallen zu lassen. So erging es mir. Und dann kam mir etwas zu Hilfe.

Eigentlich muss ich meinem Körper dankbar sein, dass er mir ein so genanntes Schlüsselerlebnis ermöglicht hat, das mich in erster Linie erstaunt und fröhlich gestimmt hat, und von dem ich nicht ahnte, dass es der erste Schritt von vielen weiteren sein würde.

Ich musste damals, 1974, einen kleinen chirurgischen Eingriff unter Narkose vornehmen lassen, und was ich während dieser kurzen Zeit erlebt habe, hat meine Einstellung zum Sterben und zum Tod total verändert. Solche Erlebnisse waren damals kaum bekannt. Als ich aus der Narkose erwachte, dachte ich zuerst, geträumt zu haben. Denn ich fuhr in rasendem Tempo einen langen, gebogenen, hellgrauen, schmalen Gang entlang, an dem sich, wie ich vermeinte zu sehen, Tür an Türe reihte.

Dann plötzlich verlangsamte sich das Tempo, ich wurde abgebremst und stand still wie zwischen Pfeilern unter einem Brückenbogen. Überrascht schaute ich nach links und nach rechts und sah, ausser den Brückenpfeilern, nur wallenden, graublauen Nebel, der sich langsam aber stetig lichtete. Ich stand immer noch unter diesem Brückenbogen, aber ich fühlte mich ohne Körper, ganz leicht. Ich kam mir vor als sei ich nur ein kleiner runder Kreis, wie ein O, ohne Arme Rumpf und Beine. Und ich hörte mich auch O, O, O, sagen.

Als der Nebel ganz weg war, schaute ich in eine mir völlig unbekannte Landschaft, aber es war eher eine städtische Atmosphäre, ein sehr grosser Platz, rund umgeben von hohen Gebäuden. Und zu diesem Platz hinauf führte eine Treppe. Langsam stieg ich diese kurze Treppe hinan und stockte plötzlich. Dort, wo die Stufen aufhörten, stand ein Mann, zu dem ich ungläubig hinstarrte. Er stand da, mit schmunzelndem Gesicht, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben. Allein schon, wie er dastand, wusste ich sofort: „Das ist Papa“! Vater strahlte mich an und ich hörte, ohne dass Worte gesprochen wurden, wie er sagte: „Gell, das hättest du nicht gedacht, mich hier zu sehen“. Und er lachte zufrieden, wie zu seinen Lebzeiten, wenn er eine Neuigkeit für mich hatte, von der er wusste, dass sie mich in grosses Erstaunen versetzen würde.

Ich wurde aber sofort weiter, an den Rand des grossen Platzes gezogen, wie mit unsichtbaren Händen, und plötzlich stand ich wieder ungläubig da, denn bei den grossen Gebäuden am Rande dieses Platzes standen viele Menschen zusammen, meist Männer wie ich feststellte in festlichem Schwarz gekleidet. Ich wusste bestimmt, dass diese mich erwarteten. Ich strengte mich an, zu erkennen, wer sie waren, aber ich war noch zu weit von ihnen entfernt.

Und dann sah ich, ganz alleine in der Mitte dieses Platzes, meine Grossmama stehen, auch sie in der typischen Pose die ich so gut an ihr kannte, nämlich mit einer Hand in der Tasche ihrer glänzenden, schwarzen Sonntagsschürze. Sie hielt den Ring- und kleinen Finger ausserhalb der Tasche, so, wie ich es von ihr gewohnt war. Ich wollte zu ihr hinlaufen, konnte es aber nicht und sah, dass sie mich überhaupt nicht anschaute, was mich erstaunte, aber sie hielt den Kopf konsequent von mir abgewandt und schaute nach links, hinter sich. Als ich ebenfalls dorthin blickte, sah ich ein so wunderschönes, goldenes, aber mildes Licht, das mich sehr stark anzog wie noch nie etwas in meinem Leben. Dorthin wollte ich…musste ich…………
 
WV20170729 DSC02089Abendsonne am Hechtenloch (Foto: Willy)
 
Doch plötzlich fand ich mich wieder auf einer Treppe. Diesmal zog mich etwas einige Stufen rückwärts hinauf, dann liess diese Kraft nach. Vor mir, aber ein paar Stufen unter mir, stand eine riesengrosse Gestalt, deren Gesicht mir sehr nahe war, in einem langen, schlichten, fast weissen Gewand. Mit einem Antlitz, das ich nie vergessen werde. Fast kupferfarben glänzte die Haut; lange, blonde Haare, sanft gewellt, umrahmten dieses unsäglich schöne Gesicht und fielen bis auf die Schultern. Soviel Liebe strahlte aus diesen Augen, die mich unverwandt ansahen.

Ich spürte ein Sehnen und wollte vorwärts, wollte diese Gestalt umarmen - doch sie verschwand rückwärts gleitend, still und schnell, immer kleiner werdend; zuletzt war sie nur noch ein winziger Punkt in weiter Ferne.

Unsanft wurde ich aus diesem Traum gerissen, eine Hand tippte ein wenig an meiner Schulter und eine Stimme fragte: Sind sie wieder da?

Unwillig antwortete ich, denn ich war wütend, indem ich sagte: Oh je, nun haben Sie mich geweckt und ich habe doch so wunderschön geträumt. Die Stimme der Krankenschwester, in deren dunkles Gesicht ich blickte, besänftigte mich indem sie mir riet: „Ist ja gut; dann träumen sie nur weiter“!
 
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im Traumwald (Foto: WillY)


Die Suche

War das nun ein Traum gewesen? Oder war ich tatsächlich für eine kurze Zeit auf der andern Seite des Schleiers gewesen, der uns von unseren vorangegangenen Lieben trennt?

Dieser „Traum“, wie ich ihn nannte, hatte eine Eigenschaft. Er liess sich nicht abstellen, tauchte immer wieder auf und ich rätselte fast jeden Abend vor dem Einschlafen daran herum, ob es sich wirklich nur um einen Traum gehandelt habe. Alles war so deutlich und echt gewesen, und ich hatte immer noch Sehnsucht nach der Gestalt mit dem wunderschönen Gesicht und den liebevollen Augen. Ich fühlte ein ständiges, leises Heimweh nach dem milden, goldenen Licht. Wenn ich doch nur nicht so allein gewesen wäre mit diesem Erlebnis, über das ich mich mit niemandem aussprechen konnte.

Ich wusste, dass nun eine Suche begann, nach dem Grund dessen, was ich vorläufig als noch schwebende Wahrheit empfand. Ich musste eine Bestätigung finden, egal wo und durch wen. Aber am Ende dieser Suche würde die für mich gültige Wahrheit stehen. Augen offen halten, Ausschau halten nach kleinen Hilfen, nach Hinweisen, alles konnte brauchbar sein, um mich weiter zu bringen, dem Ziel entgegen.

Ich kaufte mir damals regelmässig eine Wochenzeitung, in der auch nicht ganz alltägliche Themen behandelt wurden. Da fand ich kurze Zeit später einen Artikel darin, in dem eine Frau erzählte, dass sie durch einen Tunnel zu einem hellen goldenen Licht glitt und so fasziniert war davon, wie es auch mich fasziniert hatte. Sie bezeichnete dies als eine Reise ins Jenseits. Nun hatte ich es also schon einmal schwarz auf weiss, dass ich vermutlich nicht verrückt war, weil ich dachte, einen Ausflug auf die andere Seite des Schleiers gemacht zu haben , also in die geistige Welt. Viel war da nicht zu lesen, aber in dieser Zeitung stand, dass nächste Woche ein weiterer Beitrag, über ein ähnliches Erlebnis, erscheinen werde. Natürlich kaufte ich auch das nächste Heft und das übernächste auch. Und dies, weil es sich bei den Reportagen um Menschen handelte, die in meiner Stadt wohnten. Und weil darin von Begebenheiten erzählt wurde, die mir bekannt waren

Das nächste Mal erschien in dieser Zeitung das Erlebnis einer hiesigen Journalistin. Immer, wenn sie über etwas nachdachte und in Gedanken verloren auf ihrem Block kritzelte und Männchen zeichnete, schrieb sie ohne zu wissen weshalb das Wort „Lehrling“. Nach einer gewissen Zeit störte sie dieser Umstand und sie beschloss, sich bei einem Medium für eine Sitzung anzumelden, um herauszufinden, was es damit auf sich hatte. Und im Verlaufe dieser Sitzung drängte sich dann auch ein kleiner Junge in den Vordergrund, der gehört werden wollte. Er war in unserer Stadt von einem Lastwagen überfahren worden, erklärte aber nun, der Chauffeur habe keine Schuld an dem Unfall, er selber habe sich von der Hand seiner Mutter losgerissen und sei auf die Strasse hinausgerannt. Der Fahrer habe ihn unmöglich sehen können, da das Unglück an einer Kreuzung und beim Abbiegen geschah. Weiter erzählte er, dass er oft in die Backstube zu seinem Vater gehe, um ihm bei der Arbeit zuzuschauen, denn seine Familie führte eine Bäckerei.

Diesen Unfall kannte ich, man hatte ein paar Tage lang in der Zeitung darüber geschrieben.

Nun wusste ich eigentlich bereits, dass ich damals, bei jener Narkose, nicht geträumt hatte. Wenn die Verstorbenen zu uns kommen können, um uns bei unseren Beschäftigungen zuzuschauen, so können auch wir unter besonderen Bedingungen zu ihnen hinüber gehen, um sie zu sehen. So wie es mir geschehen war.

Ich war nun hellwach geworden, was den körperlichen Tod betraf. Und irgendetwas half mir dabei, immer mehr Informationen über die Zusammenhänge zwischen dem Diesseits und dem Jenseits zu finden und zu erfahren. Viele Bücher habe ich gelesen, habe mich jahrelang durch Monographien verschiedener Richtungen „durchgeboxt“ und von allem das für mich daraus entnommen, was mein Gewissen als gut und richtig befand. Denn jedermann ist für sich selbst verantwortlich und braucht niemanden, der ihm etwas aufdrängt oder etwas verbietet, in welchem Namen auch immer.

Und so ist mein eigenes CREDO entstanden, zusammengesetzt aus vielen kleinen Erfahrungen, Versuchen, auch solchen die unnötig waren und nichts brachten. Aber auch dies gehört dazu, denn nur durch die eigenen Erfahrungen lernt man, was für einem gut und wichtig ist.
 
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(Foto: WillY)

Erste Durchsage für mich persönlich

Bis jetzt sind mir fast ausschliesslich nur Bücher in die Hände gelangt, die von Medien geschrieben wurden, in welchen aufgezeigt wird, was sie ihren Klienten bei medialen Sitzungen, als Botschaften aus der geistigen Welt weiter geben konnten und durften. Ich weiss nicht, was Medien dabei für Empfindungen haben, wenn sie einem Klienten gegenüber sitzen, den sie vorher noch nie gesehen haben.

Aber ich weiss, wie ich mich bei solchen Durchgaben fühle. Ich war öfters Gast bei so genannten Demonstrationen als öffentliche Anlässe, bei denen jedermann willkommen ist. Ich hatte von Anfang an dabei fast sofort die Gewissheit, dass ich eine Botschaft erhalten würde, wenn auch nicht beim allerersten Male.

Nur derjenige, der einen solchen Kontakt durch das Medium erfährt, kann beurteilen, ob das, was ihm mitgeteilt wird, stimmt. Und bei einem guten, seriösen Medium stimmt es fast durchwegs.

Der Boden für eigene Erlebnisse war vorbereitet. Ich machte mich also auf den Weg, um bei einer solchen öffentlichen Demonstration von Jenseits-Kontakten mit dabei zu sein. Ich kannte den Ort, wo dies stattfinden würde, war aber trotzdem gespannt auf diesen allerersten Kontakt mit der unbekannten Dimension. Ich wurde jedoch an diesem ersten Abend „ignoriert“, denn für mich gab es keine auch noch so kleine Botschaft aus der geistigen Welt. Entmutigend war das jedoch nicht, denn bei logischer Überlegung musste ich wissen, dass man sich einen Kontakt, und auch noch zu einer gewünschten Zeit und mit einer gewünschten Person, nicht einfach bestellen kann.

Unsere Familienmitglieder, unsere Freunde die uns vorangegangen sind, haben, wie wir auf unserer Seite, ihr Leben im Jenseits. Wenn sie die entsprechende Möglichkeit und den Wunsch haben, sich bei den Zurückgebliebenen zu melden, dann passiert dies auch. Da aber fast niemand, der noch im materiellen Körper lebt, überhaupt denkt, dass ein solcher Kontakt möglich ist, sind unsere Lieben im Jenseits darauf angewiesen, sich dort einzufinden, wo Medien sich bereit erklären, Kontakte herzustellen.

Schon bei der zweiten Demonstration, bei der ich anwesend war, wurde ich durch das damalige Medium, ein Mann und Engländer, der regelmässig in unserer Stadt zu Gast war, da er die Aufgabe übernommen hatte, hier in einem Zweijahreslehrgang junge Kräfte für diese Vermittlungsarbeit auszubilden, angesprochen. Er beschrieb mir die Person, die sich bei ihm gemeldet hatte als einen Mann von kleiner Statur. Und er betonte dies nochmals separat, er meine „wirklich klein“.

Ich nickte nur, als das Medium fragte, ob ich so jemanden kenne. Dazu etwas zu sagen wäre nicht richtig, um keine unfreiwilligen Hinweise zu geben. Und so fuhr das Medium weiter mit seiner Identifizierung für mich. Dieser Mann war Ausländer, wurde mir gesagt, und ich nickte wieder, er habe einen guten und auf seinem Gebiet hohen Posten innegehabt, Stellvertreter des Chefs, und es fielen die Worte: viel Wechsel oder Reisen… und noch einiges mehr.

Dies genügte vollkommen, um mich zu versichern, dass es sich nur um meinen Vater handeln konnte. Natürlich war ich aufgeregt dabei und ergriffen, denn zu diesem Zeitpunkt waren seit seinem Tod über 30 Jahre vergangen. Niemand der Anwesenden kannte mich und meine Familie, das Medium sowieso nicht, das musste zum Zeitpunkt des Todes meines Vaters noch ein junger Bursche in England gewesen sein. Aus meinem „Gedächtnis“, wie immer wieder behauptet wird, um solche Kontakte als unmöglich hinzustellen, konnte auch nichts „angezapft“ worden sein, denn nie hätte ich meinen Vater mit diesen Worten charakterisiert, d.h., ich hätte bestimmt nicht zu allererst an seine beruflichen Aufgaben gedacht und diese hervorgehoben.

Dies waren jedoch genau die Angaben, die mich erkennen liessen, um wen es sich handelte. Denn nur zu sagen, wie ich es oft bei anderen Gelegenheiten und für andere Menschen mitbekommen habe, hier sei ein Mann, mit weissen Haaren und mit einer Brille, er sei einige Zeit krank gewesen und dann gestorben, und ob die angesprochene Person so jemanden kenne, darüber kann man ja fast nur lachen. Jeder normale Mensch kennt Verstorbene, die gegen Ende ihres Lebens sicherlich ungefähr so ausgesehen haben… weisse Haare, Brille….ländliche oder städtische Umgebung… das passt fast auf alle Menschen, die nicht mehr unter uns weilen und die nicht durch frühzeitigen Tod oder durch besondere Umstände von der Erde weggegangen sind. Erst nach dieser „Personenbeschreibung“, und nachdem das Medium überzeugt war, den richtigen Adressaten, also mich, für die kurze Botschaft angesprochen zu haben, wurde mir übermittelt, was mein Vater mich wissen lassen wollte.

Mir wurde mitgeteilt, ich solle auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen, es sei für mich der richtige. Ich solle das Wissen, das ich mir erarbeitet habe, nicht für mich behalten, sondern ich solle damit „hinausgehen“, es mit andern Leuten teilen. Dies sei gut und wichtig. Das Medium hatte mir auch schon, bevor es auf mich zusteuerte, gesagt, es sehe etwas wie eine helle gelbe Farbe bei mir aufleuchten, wie eine Glühbirne die an- und ausgeknipst werde. Darauf werde ich noch zurückkommen, denn für mich bedeutet die gelbe Farbe Erkenntnis, geistiges Wissen.

Und noch etwas richtete mir das Medium von meinem Vater, mit dem es im Jenseits Verbindung hatte, aus: Es sagte, ich solle die Reise in eine heisse, subtropische Gegend, die ich mir vorgenommen habe, getrost machen. Und von einer solchen Reise, mit der ich mich vorderhand nur in Gedanken beschäftigte, konnte nun wirklich niemand anderes wissen, denn zur damaligen Zeit erwog ich ernstlich, nach Indien zu reisen, um das Land und die dortigen ganz andern Sitten und Glaubensinhalte kennen zu lernen.

Diese Reise habe ich dann doch nicht unternommen – eine persönliche Anwesenheit im dortigen Land war nicht notwendig. Ich hätte das Klima wahrscheinlich überhaupt nicht ertragen können. Aber es bestätigte mir nochmals, dass alles, was mir mitgeteilt wurde, so kurz es auch war, seine Richtigkeit hatte.

Für mich stimmt es!
 
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(Foto: WillY)

Wo ist das Jenseits?

Diese Frage wissenschaftlich zu beantworten ist, soviel ich weiss, noch nicht möglich. Und ich glaube, es würde auch nicht viel nützen, wenn man wüsste, wo genau es anfängt und wo es aufhört. Aber es ist da, und nachdem wir den ausgedienten und nun überflüssig gewordenen materiellen Körper als geistige Wesenheit verlassen haben, existiert unser „Geist“, das was uns als lebendigen Menschen ausmacht, in einer anderen, weniger dichten Dimension, weiter.

Das, was wir „ICH“ nennen, das was an uns geliebt und geschätzt wird – manchmal auch das Gegenteil – ist zum kleinsten Teil unser Körper. Natürlich lieben wir unsere Familie in erster Linie auf körperlicher Basis. Wir leben miteinander, sind vergnügt oder trauern miteinander, freuen uns, einen starken Partner, eine hübsche Partnerin zu haben, nette, kluge und gesunde Kinder. Aber ist das wirklich nur durch diesen sichtbaren Körper bedingt?

Der Körper ist nötig, denn er ist die Basis für unser Leben auf der Erde. Er ist sozusagen das Fahrzeug für unseren Geist, unsere Seele. Ohne geistigen Bewohner wäre der Körper nur leblose Materie. Materie ist an und für sich nicht tot, denn sie lebt indem sie sich verändert. Aber ohne Geist können wir als Menschen überhaupt nicht funktionieren. Vor jeder Bewegung, jeder Tat, steht der Gedanke. Trotzdem ist es nicht nötig, immer alles zu denken, bevor man etwas „tut“. Atmen, zum Beispiel, muss nicht erst gedacht werden. Dieser Prozess läuft automatisch ab. Auch das Herz erledigt seine Arbeit automatisch. Die Verdauung wird automatisch eingeleitet, denn wir wären alle überfordert, wenn wir immer diese Tätigkeiten selber befehlen und überwachen müssten. Der Körper ist so aufgebaut, dass alles wie am Schnürchen läuft, denn dafür sind viele, feine Mechanismen verantwortlich, wie die Nerven mit ihren Nervenbahnen. Die verschiedenen Drüsen und vieles mehr. Und zum Glück haben alle unsere Zellen ein so genanntes Zellgedächtnis. Eine Herzzelle erinnert sich genau an ihre Aufgabe und sie wird nie eine abgestorbene Zelle durch etwas anderes als durch eine neue Herzzelle ersetzen. Und ebenso verfahren alle anderen Organe. Die Zellen, die einen Fingernagel bilden, sind nicht fähig, Zellen für das Auge zu bilden.

Auch das Blut hat seine ganz besondere Aufgabe im Körper. Es transportiert ausser dem Sauerstoff noch etwas überaus lebenswichtiges: Die Lebenskraft! In unserer Atemluft ist etwas enthalten, das schon frühere Völker mit verschiedenen Namen benannten. Nicht nur Sauerstoff, Stickstoff und andere Elemente. Am besten kennt man dafür wahrscheinlich den Ausdruck „Prana“.

Was ist es also, das uns als lebende Menschen kennzeichnet?

Was unsere Persönlichkeit, unseren Charakter ausmacht, ist der innere Bewohner unseres Körpers. Und dieser Bewohner ist ewig. Man nennt ihn Geist, Seele, um bei den gebräuchlichsten Namen zu bleiben. Aber man sagt von ihm auch, er sei das Selbst. Dieser inneren „Bewohner“ wird weder geboren, noch stirbt er je, daher kann man von ihm auch sagen, er sei der „ewige Zeuge“. Er muss den Körper beleben, damit letzterer die Möglichkeit hat, zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Ohne Körper ist dies auf unserem Planeten nur schwer vorstellbar. Dieses innere Selbst ist der wichtige, tragende Teil des materiellen Körpers. Wenn es sich daraus zurückzieht, ist der Mensch tot.

Wenn diese unsichtbare, in uns wohnende geistige Wesenheit sich aus dem Körper zurückzieht, muss sie ein Ziel haben, wohin sie gehen kann, eine andere Bleibe. Da die meisten Menschen nicht wissen, wie diese andere Welt beschaffen ist, redet man davon meist als vom Jenseits, oder von der geistigen Welt oder der geistigen Heimat.
Ich selber würde sagen, sie bewohnen eine andere Ebene, diese ist wahrscheinlich sehr eng mit unserer Welt verbunden, sonst könnten sie uns weder sehen, noch uns mitteilen können, was sie von unserer Welt, der materiellen Ebene, wahrnehmen können. Der volkstümliche Spruch der von jemandem der gestorben ist sagt, „er sei um die Ecke gegangen“, ist der Wahrheit sicherlich viel näher als unser herkömmliches Denken von Himmel und Hölle.

Dass unsere Angehörigen und Freunde genau wissen, was bei uns passiert, dies geht aus der zweiten Botschaft hervor, die ich während einer weiteren Demonstration durch ein Medium erhielt. Auch hier halte ich mich an die Worte, mit der sie mir vermittelt wurde, denn inhaltlich kann wiederum nur ich selber dazu Stellung nehmen, ob das, was mir gesagt wurde, stimmt.
 
WV DSCN1390 20150812 BuddhaBuddhastatue im Haus der Religionen, Bern (Foto: WillY)


Eine weitere, persönliche Durchgabe.

An einer der nächsten Demonstrationen die ich besuchte, wurde ich, nachdem schon Botschaften für andere Anwesende mitgeteilt wurden, vom Medium angesprochen. Es wurde mir gesagt, hier sei eine nette Lady, mit schneeweissen Locken, die fröhlich lache. Aber sie sei nicht alleine da, sondern mit einer ihrer Schwestern; das Medium präzisierte sogar, mit der jüngsten ihrer Schwestern.

Das konnte ich sofort als richtig annehmen, wenn es sich um meine Mutter handelte wie ich dachte, denn alle ihre Schwestern waren lange vor ihr gestorben, auch ihre jüngste Schwester, mit der sie schon im Leben sehr eng verbunden war. Ich nickte also dem Medium zu und mir wurde weiter mitgeteilt, dass diese Lady sehr oft zu mir ins Haus käme, meist in Begleitung dieser ihrer Schwester. Dann fragte das Medium, ob ich das annehmen könne, worauf ich wieder nickte und mit einem ja antwortete. Meine Mutter sei sehr erfreut darüber, dass in meinen Räumen immer aufgeräumt sei, berichtete das Medium weiter. Typisch Mama!

Hier musste ich laut herauslachen, denn das war zu Lebzeiten meiner Mutter immer ihr grosses Anliegen gewesen. Eine unaufgeräumte Wohnung war für sie etwas ganz Schlimmes, und wenn sie von einem solchen Ort nach Hause kam, erzählte sie mir immer zu allererst von der gesehenen Unordnung, dem „Muttich“, wie ihr Wortgebilde dafür lautete. Weiter übermittelte mir das Medium, diese Lady sei sehr damit einverstanden, wie ich die unteren Wohnräume neu gestaltet hätte.

Dazu muss ich sagen, dass zu Lebzeiten meiner Mutter das Wohn- vom Esszimmer durch eine Wand mit Mitteltüre getrennt war. Diese Wand hatte ich einige Jahre nach dem Ableben von Mama heraus schlagen lassen, weil ich zu viele kurze Ecken hatte, um dort meine Möbel so stellen zu können, wie es mir vorschwebte. Das Parterre sah dementsprechend ganz anders aus.

Und das ist wiederum eine Tatsache, die niemand wissen konnte im Saal und bestimmt auch das Medium nicht. Was mir aber die Gewissheit gab, dass wirklich die Wesenheit meiner Mutter „dies“ gesehen haben musste, bei ihren regelmässigen Besuchen in ihrem ehemaligen Heim, das sie mit mir und meinem Mann bewohnt hatte. Sie war also zufrieden und fröhlich in ihrem neuen Sein, was auch mich zufrieden machte.

Schon bei ihrem Weggang aus dem Leben hatte sie mich auch in den letzten paar Minuten ahnen lassen, dass „dort drüben“ etwas war, das sie sehen konnte, ich jedoch nicht. Ich war zu jenem Zeitpunkt allerdings schon sehr aufmerksam für solche Dinge des Unbekannten, und ich merkte auch schon daran, wie sich ihr Gesicht sehr schnell veränderte, dass sie wahrscheinlich bald „gehen“ würde. Als ihr Zeitpunkt gekommen war, setzte sie sich im Bett ein wenig auf, wobei ich ihr so gut es ging half, schaute in eine Ecke des Zimmers (in einer Klinik, wo sie die letzten Wochen ihren Aufenthalt hatte, da ich allein sie zu Hause nicht mehr entsprechend gut pflegen konnte) und ihre Augen wurden immer grösser und verwunderter. Dann winkte sie ein paar Mal in Richtung dieser kahlen Ecke, liess sich wieder ins Kissen sinken und als ich wieder in ihr Gesicht schauen konnte, wusste ich, dass sie bereits abgeholt worden war.
 
DSC04255 20140509 LydiakapelleMosaik in Lydias Tauf-Kapelle bei Philippi (Foto: WillY)


Ein Versprechen aus dem Jenseits.

Seit ich in meinem Schlüsselerlebnis, das ich gleich zu Anfang erzählte, meinen Vater quasi als Empfangs Komitee auf jener Treppe, die in die jenseitige Sphäre führt, gesehen hatte, habe ich oft scherzend zu meinem Mann gesagt, ich sei sehr neugierig, wer mich wohl abholen werde, wenn ich dann definitiv die Seite wechsle.
Da er der Überzeugung ist, er würde mir auf jeden Fall vorangehen, meinte er dann, ebenfalls scherzend, er werde versuchen, zu diesem Rendez vous dann nicht zu spät zu kommen.

Und zu einem späteren Zeitpunkt, als ich wieder einmal bei einer Demonstration von Medien war, wurde mir durch ein Medium spontan, von einem lieben Freund der schon gegangen war, mitgeteilt: Er werde auf jeden Fall da sein, wenn ich käme. Also freue ich mich schon jetzt darauf, meinem persönlichen Empfangskomitee zu begegnen, wobei ich mir wünsche, die Gruppe werde von meinem Hundemädchen mit lautem Gebell angeführt.