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23.01.2017 -- WillY

Werden wir ver-Äppelt?

Senioren im Web - WillYs Kolumne für "ensuite", Kulturzeitschrift, Februar 2017


 

Haben Sie Ihre Hände frei, wenn Sie unterwegs sind? Oder sind Sie dauernd online? Das heisst, Sie nehmen jeden Anruf entgegen, besonders diejenigen mit einem witzigen Klingelton?

Also ich  muss mich hier outen als totaler Handybanause; habe vor Jahren das billigste Angebot gekauft und so einrichten lassen, dass ich quasi nur einige fest programmierte Nummern anwählen kann, um sie über meine Notlage zu informieren. Mehr als Telefonieren geht nicht. Nun ist aber über das Jahresende plötzlich mein Internetzugang aktiviert worden. Täglich - wie ich  unter den Kommentaren lesen kann, hat Swisscom meinem Pre Paid Account um 2 Franken erleichtert und den Akku ebenfalls unsichtbar ablaufen lassen. Bis beide am Ende waren. Natürlich hätte ich neu laden und aufladen können. Aber es nahm mich echt wunder, wie mein Handy zu diesen Einstellungen kam.

Ich marschierte zum immer fleissig frequentierten Swisscom Shop im Dorf. Eine junge Verkäuferin mit einem Tablet (ein kleiner Computer) unter dem Arm, fragte nach meinen Problemen. Wusste sie das, dass ich alter grauer Senior ja eigentlich nur Probleme haben werde? Es kämen viele der älteren Generation in den Laden, um sich instruieren zu lassen. Es gibt zwar ein Programm-Handbuch über die Adresse des Handy-Typs - aber das hat 100 Seiten! Nicht gerade meine Lieblingslektüre.

 

Bei diesem Einblick auf mein Handy entdeckte ich unzählige vorinstallierte sog. Apps. Sie sind extra für die Smartphone's eingerichtet und lassen sich per Fingertipps bedienen. Natürlich will jeder, der hier Werbung unterbringen will, auch seine Apps platzieren. So zähle ich ca. 20 bis 30 Apps, die je ein Programm ausführen oder mich in den Einstellungen leiten. Da scheint immer noch der Wurm drin zu stecken. Die Datenverbindung aktiviert sich immer wieder automatisch. Sie lässt sich nicht zwingen. Muss wohl nochmals zum Shop!

Übrigens haben die Teams von CompiHelp Bern und Macceria Bern beschlossen vermehrt Einzelsprechstunden für die Anleitungen an Smartphones und iPhones anzubieten. Die Typen - also die Geräte! - sind einfach zu unterschiedlich und verlangen individuelle Behandlung.

Zu fragen wäre jetzt noch, was eigentlich bei der SBB einem alten grauen Senior passieren würde, wenn er sein Billett auf dem Handy zeigen will und der Akku ist leer? Ich will hoffen, dass er einen gnädigen Kondukteur findet, der ihm ein Ladekabel leihen kann!

Sie finden mich wie gewohnt in den Foren von

www.seniorbern.ch