ICON-Link

05.05.2017 -- Bernhard Schindler / wv

Museum mit Dorfcharakter von Zumthor

Erweiterungsbau für die Fondation Beyeler in Riehen von Architekt Peter Zumthor


Auf neuem Parkgelände entsteht ein Museum mit Dorfcharakter

«Ich versuche Gebäude zu bauen, die geliebt werden.»

(Peter Zumthor)

Die Fondation Beyeler hat sich laut Angaben von Peter Zumthor und der Museumsleitung in den letzten 20 Jahren zum beliebtesten Kunstmuseum der Schweiz entwickelt. Besucherinnen und Besucher kommen von nah und fern, um sich die eindrucksvollen Ausstellungen anzusehen, an den abwechselnden Veranstaltungen teilzunehmen sowie den schönen Museumspark zu geniessen.

Zumthor Riehen park

Der neue Park mit Seerosenteich

Die Fondation Beyeler plant nun auf dem bis heute ungenützten Südende des Grundstücke entlang dem Bachtelenweg eine Erweiterung, die sich aus der einzigartigen Chance des Erwerbs des benachbarten, heute noch privat genutzten Iselin-Weber-Parks ergibt. Die Erweiterung ist entlang des Bachtelenwegs geplant, wodurch eine Verbindung der beiden Gelände möglich wird. Damit wird der ebenso schöne wie grosse Iselin-Weber-Park mit seinen alten Bäumen und dem Seerosenteich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mitten in Riehen entsteht ein neuer grüner Erholungsraum für alle. Wie bisher bleibt der Bachtelenweg für Anwohner, Landwirte, Velofahrer und Spaziergänger zu den Langen Erlen hin offen.

Zumthor RiehenFB HZ 4 final Die grossen alten Bäume werden durch die neuen Bauten nicht erdrückt

 

Peter Zumthor, einer der architektonischen Koryphäen der Stadt am Rheinknie

Im Rahmen eines Studienauftrags, an dem sich elf renommierte Architekturbüros aus der ganzen Welt beteiligten, wählte ein internationales Expertengremium einstimmig das Courtesy Atelier Peter Zumthor und Partner. Peter Zumthor wurde 1943 in Basel geboren und brillierte im Lauf seiner Tätigkeit mit kulturellen Bauten wie der Therme Vals, das Kunsthaus Bregenz, das Kolumbia Kunstmuseum in Köln. Er hat zahlreiche Architekturpreise gewonnen, darunter den renommierten Pritzker-Preis und den Praemium Imperiale. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine ruhige Architektursprache, den subtilen Umgang mit Materialien, einen starken Bezug zur Landschaft sowie langjährige Erfahrung mit historischen Baudenkmälern aus. Alle Qualitäten des grossen Schweizer Baukünstlers kommen in seinem Projekt zum Tragen. Die Region Basel kann sich auf ein weiteres architektonisches Juwel freuen!

Zumthor Riehen5

In warmen hellen Farben gehalten sind die neuen drei Bauten, welche das Beyeler-Museum in Riehen ab 2018 vervollständigen

 

Dem Dorfcharakter Riehens angepasst

Das Besondere an  Peter Zumthors Projekt ist, dass er nicht ein grosses Museumsgebäude vorschlägt, sondern drei kleinteilige Bauten, die sich dem Dorfcharakter der Standortgemeinde anpassen und sich harmonisch in die umliegende Landschaft integrieren. Geplant sind ein schlichtes Gebäude für Administration und Anlieferung, ein Haus für Kunst sowie ein ebenerdiger transparenter Gartenpavillon für Veranstaltungen. Gemeinsam schaffen sie eine kluge Verbindung zwischen beiden Parks.

Zumthor RiehenFB HZ 7 final

Glasfassaden und grosse Fenster lassen den Blick auf den Erholungsraum rund um die Museumsteile zu

Das Haus für Kunst, dessen Form die grossen alten Bäume berücksichtigt, hat einen warmen hellen Farbton. Grosse Fenster gewähren abwechslungsreiche Ausblicke in die Landschaft. Auf drei Etagen entstehen insgesamt 1500 m2 Ausstellungsfläche (was knapp der Hälfte von Renzo Pianos bestehendem Museumsbau entspricht. Es ist keine Infrastruktur für temporäre Ausstellungen geplant.

Der Gartenpavillon wird in der Ecke der bestehenden Umgebungsmauer gebaut. Seine Glasfassade ist transparent und lässt sich an warmen Tagen öffnen.

Privat finanziert – 50 Millionen bereits beisammen

Das Erweiterungsprojekt wird privat finanziert. Die Gesamtkosten (Erwerb von Land und Liegenschaft, Finanzierung des Neubaus sowie Betrieb, Unterhalt und Programm für die ersten zehn Jahre) sind mit 100 Millionen projektiert. Davon liegen bereits feste Zusagen in Höhe von 50 Mio. Franken vor. Grosszügige Schenkungen der Wyss Foundation, der Daros Collection sowie von anonymen Basler Mäzenen in Höhe von 50 Mio. Franken legen den Grundstein für die Realisierung. Mit dem Bau wird erst begonnen, wenn die Finanzierung voll gesichert ist und die Baubewilligungen erteilt sind. Dies ist frühestens 2018 möglich.

Fotos Fondation Beyeler