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THEMA: Bärehöck - Besuch in der Grossküche des Inselspitals

Bärehöck - Besuch in der Grossküche des Inselspitals 26 Jan 2018 21:31 #1

  • ruth-erika
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Salut zäme
da haben doch einige Bärehöckler eifrig fotografiert . Und w o bleiben die Bilder ? Mich würde es interessieren welche Sujets am meisten Anklang fanden und aus welchem Blickwinkel sie gemacht wurden. Das ganze Küchenareal war ja immens und alle waren sehr beindruckt vom reibungslosen Ablauf der Speisenzubereitung. Nicht zu vergessen die informativen und interessanten Erklärungen der beiden Küchenchefs.
Danke den Organisatoren dieses eindrucksvollen Nachmittages !! ruth-erika

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Bärehöck - Besuch in der Grossküche des Inselspitals 27 Jan 2018 11:13 #2

Bilder vom billigen Smartphone eignen sich schlecht zu Veröffentlichung, deshalb einige Gedanken zur Führung in der Inselküche:



Eindrücklich war er schon, der Blick in die Monsterküche des Inselspitals. Fast könnte es einem schwindlig werden, bei der Vorstellung der Mengen die da täglich verarbeitet werden. Da braucht es eine ausgefeilte Organisation, dass es funktioniert. Der Ober-Chef des Ganzen überwacht mehrere Küchenchefs, die ihrerseits mehrere Köche überwachen, welche wiederum eine Menge Hilfspersonal beaufsichtigen. Das braucht es auch, denn von der wöchentlich neu und sorgfältig gestalteten Menüauswahlbroschüre bis zum individuellen Menü am Bett des Patienten, sind viele Handgriffe nötig und weite Wege zu bewältigen. Der Gast kann aus drei Grundvorschlägen verschiedene Varianten zusammenstellen und auch Sonderwünsche wählen. Wenn das dann im IT-System erfasst ist, wird eine Karte mit den gewünschten Details ausgedruckt und danach werden die Tabletts auf dem Förderband mit den entsprechenden Speisen fertig angerichtet. Dank der ausgeklügelten Technik gelangen die Menüs heiss und kalt, frisch und sauber auf die jeweiligen Stationen und werden dann den Patienten liebevoll serviert. Jeden Tag dreimal, sieben Tage die Woche und dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr, zuverlässig wie ein Uhrwerk.



Der Inselbetrieb wächst weiter, wird immer grösser, frisst die kleinen Betriebe auf. Einerseits sind Neuentwicklungen in den verschiedenen medizinischen Bereichen anscheinend nur in einem grossen Spital möglich, andererseits aber ist der Kranke, der Patient, nur noch eine Zahl im System. Anna Seiler, die Stifterin des Inselspitals, kümmerte sich damals 1354 noch eigenhändig um die 13 Kranken. Die heutigen Zahlen würden auch ihr Schwindel bereiten: 10 000 Mitarbeitende braucht es um die jährlich 500 000 Patienten in der Inselgruppe zu versorgen. Das Individuum ist das kleinste Teil im System und im Überblick des Ganzen irrelevant.

Die Küche bezieht ihre Grundstoffe nach betriebswirtschaftlichen Kriterien von leistungsfähigen Lieferanten. Bei den laufend benötigten Mengen können nur Grossbetriebe als Lieferanten mithalten. Grundsätzlich werden Nahrungsmittel aus Schweizer Produktion bevorzugt. Die Schweizer Bauern sind gefordert, genormte Salatköpfe, passgenaue Rüebli, jeden Tag die ausgehandelte Menge. Die Kühe müssen lernen sich dem Melkroboter anzupassen und die Schweine sollen gefälligst in der geforderten Zeit das Schlachtgewicht erreichen. Hühner und Hähne sind systemgerecht in die Produktionskette eingepasst. Hühner legen die geplante Zahl Eier und werden dann geschreddert und kompostiert, Hähne sind als Poulets brauchbar aber in der Überzahl überzählig und werden ebenfalls entsorgt.

Wie wird sich der einzelne Mensch als hilfloser Kranker in dem Moloch Inselspital fühlen? Er kann nur auf die verantwortungsvolle Kompetenz der Ärzteschaft vertrauen und sich dem hoffentlich vorhandenen Pflegepersonal dankbar zeigen. Am Ende gibt es vielleicht noch jemanden der sich tröstend um das geistige Wohl des Kranken bemüht. Die stetig wachsende Bevölkerung hat stetig neue Bedürfnisse, entsprechend muss vorgesorgt sein. Gut zu wissen, dass wir in nächster Nähe eines so perfekt organisierten Spitals leben.

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Gruss Erwin

Bärehöck - Besuch in der Grossküche des Inselspitals 27 Jan 2018 14:13 #3

  • ruth-erika
  • ruth-erikas Avatar Autor
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  • Beiträge: 830
Lieber Erwin,
vielen Dank dass Du diesen Bericht geschrieben hast !! Die Bilder sind ja ein Bruchteil dessen was wir sehen durften.
Dein Kommentar hat mir sehr geholfen - kann ich mir Zahlen doch so schlecht merken....Unglaublich was für Mengen an Nahrungsmittel in dieser Riesenküche täglich verarbeitet werden. Die ganze Anlage wirkt auf den ersten Blick wie eine Grosskantine. Aber - die einzelnen Mahlzeiten werden individuell angerichtet und die Teller sehen wirklich anmächelig aus ! Nicht zu vergessen all die Spezialmenues wie Diät / Zuckerfrei / Lactosefrei / Kalorienarm etc. Wenn man bedenkt wie früher das Spitalessen in der sogenannten ' Holzklasse ' war ! Ich bin überzeugt dass schön angerichtete Teller und ein gutes Menu die Moral vieler Patienten zu heben vermag.
Jedenfalls wissen wir nun dass ein Spitalaufenthalt in der Insel auch seine guten Seiten haben kann ! ruth-erika

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