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THEMA: Vollgeld-Initiative

Vollgeld-Initiative 10 Apr 2018 13:40 #91

Weshalb betonst Du immer wieder "global" ? diese Initiative hat Auswirkungen auf die Schweiz-internen Geldflüsse, nicht auf die globalen. Die Banken können sich nach "aussen" gleich benehmen wie bisher.
Ich unterstelle den Gegnern kein kriminelles Handeln, sondern viel eher, dass sie sich nicht wirklich reinknien wollen, die Initiative nicht ernst nehmen wollen und es sich einfach bequem machen - es geht uns ja soooo gut, warum was dran ändern.
Wenn dann aber wieder so'ne Bank mit Steuergelder vor der Pleite zu retten ist, dann gibt's wiederum das grosse Geschrei.


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter

Vollgeld-Initiative 10 Apr 2018 14:41 #92

Ich kann es zwar nicht belegen, aber ich sehe keine die schweizerische Wirtschaft ernsthaft beeinflussende Bank in unserem Land, die nicht im globalen Finanzwesen verkettet ist.
Darum kann ich auch nicht verstehen, dass eine derart revolutionäre Änderung im Geldmengen-Management n u r in unserem Land wirksam werden sollte.
Von Steuergeldern gerettete Banken-Pleiten können einfacher und wirksamer verhindert werden mit einer Erhöhung der für Banken gesetzlich geregelten Reserven.
Es ist auch nicht im Sinne unserer liberalen Marktwirtschaft[color=]***[/color], dass ausgerechnet die wirtschaftlich wesentlichen Grossbanken, inklusive der Kantonalbanken, mit dieser Vollgeld-Initiative in eine staatliche Abhängikeit geraten sollen.
*** Aber darin werden wir uns wohl kaum finden, da die liberale Marktwirtschaft kaum in Deinem Sinn ist.

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Vollgeld-Initiative 10 Apr 2018 15:04 #93

Das mit meiner Sicht auf die liberale Marktwirtschaft ist eine reine Unterstellung, die prinzipiell falsch ist - aber ich entschuldige Dich, da Du mich ja gar nicht kennst.

An der Liberalität der Marktwirtschaft ändert sich mit der Initiative nicht wirklich viel, sie macht den CHF nur ungleich solider und wertvoller, da er dann auf etwas Realem stehen würde, nicht mehr nur auf den Computerklicks und unerfüllbaren Versprechungen. Zudem würden die unseligen Machenschaften unserer "heiligen" Banken durch die SNB gebremst. Vielleicht würden wir's mal erleben, dass bei allen Gaunereien im weltweiten Bankensektor nicht immer die CH-Banken in der Rangliste die ersten Stellen belegen.
Was haben diese Gaunereien (oder wie nennst Du sie?) mit liberaler Marktwirtschaft zu tun. Oder heisst "liberal", dass alle alles Verbotene unbestraft tun dürfen ? Da wäre ja die Mafia auch liberal !
Übrigens, die von Dir genannte "staatliche Abhängigkeit" würde endlich die effektive Umsetzung der Verfassung gewährleisten !

"Erhöhung der für Banken gesetzlich geregelten Reserven" - wurde ja schon mehrfach probiert, einmal darfst Du raten, wer alle diese Versuche gekippt hat - geblieben ist ein kläglicher Flick.

Zum Thema "global - national" kannst Du hier lesen www.vollgeld-initiative.ch/fragen/#c1713 - aber dies ist bekanntlich freiwillig.


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter
Letzte Änderung: von jipégé.

Vollgeld-Initiative 07 Mai 2018 14:14 #94

Auch wenn die Newsletter von infosperber für viele Leute ein tiefdunkelrotes Tuch sind, lesenswert sind sie alleweil, wenn's auch nur zur vielleicht noch möglichen Erweiterung der eigenen Sicht oder zumindest zur Bestätigung der eigenen Meinung.

Hier ist der eben verteilte Artikel zum Vollgeld www.infosperber...eld-Verstandnis-Erklarung
Auszug daraus :
«Die Schweizerische Nationalbank befürwortet heute die Privatisierung des Geldes, indem sie die Vollgeld-Initiative ablehnt. Sie hat ihren Gründungszweck (laut Bundesverfassung), nämlich, dass die Geldherstellung nicht in die Hände einer Finanzoligarchie gehört, offensichtlich vergessen»


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter
Letzte Änderung: von jipégé.

Vollgeld-Initiative 12 Mai 2018 12:28 #95

Als seriös Interessierter an dieser Angelegenheit habe ich - auch - die Arena-Sendung von gestern genau angehört.
Ich vernahm (zu meinem Erstaunen), dass die Nationalbank schon heute längst nicht alles von ihr geschöpfte und in Umlauf gesetzte Bargeld mit Gegenwerten (Gold, Wertpapiere, Immobilien) im Tresor hat.
Ich vernahm auch (was ich natürlich schon wusste), dass die Vollgeld-Initiative die Schöpfung von Schweizerischem Bargeld in die alleinige Kompetenz der Nationalbank legen will.
Unter Oligarchie versteht man gemeinhin:
Die Oligarchie ist die gesetzlose Herrschaft der Reichen, die nur an ihrem Eigennutz interessiert sind. Sie fällt wie die Aristokratie unter die Herrschaft der Wenigen, wobei diese als gesetzmäßige, am Gemeinwohl ausgerichtete Herrschaft gilt. Grundsätzlich bestand die Idee, dass jede am Gemeinwohl orientierte Herrschaftsform (Monarchie, Aristokratie, Demokratie) ein entartetes, nur an den Interessen der Herrschenden orientiertes Gegenstück hat.
Will nun die Vollgeld-Initiative aus dem Führungsgremium der - gemäss Verfassung - unabhängigen Nationalbank Eidgenössische Oligarchen schaffen?
Nicht besprochen wurde die ganze Frage der ausländischen Gelder in der Schweiz. Die Vollgeld-Initiative lässt - gemäss meinem heutigen Wissen - den ganzen Finanzmarkt mit ausländischem Geld und ausländischen Finanzmaklern aussen vor, respektive weiterhin zu.
Diese Doppelzüngigkeit der Initiative erschreckt mich. Elektronisches Buchgeld schaffen ist ok aber nicht für uns besonderen Menschen in der Schweiz?
Sehr einleuchtend waren die Bemerkungen zur Wirtschaftsnähe der Schweizerischen Geschäfts- und Privatbanken, die vor Ort, im Wissen um die regionalen Bedürfnisse und Möglichkeiten ihr von den Kunden geliehenes Geld und das von der Nationalbank bezogene einsetzen und vermehren.
Interessant waren auch die Bemerkung zur Geschichte der Vollgel-Idee. Seit über 200 Jahren sollen immer wieder neue Methoden entwickelt worden sein, aber nie, gar nie, fanden sie irgendwo Anklang.
Wohlan denn. Ich bin selber zu feige, um für die 8,5 Milliarden Menschen auf der Welt zusammen mit den Eintausend mal weniger Schweizern Versuchskaninchen zu spielen.
Auch wenn ich bereits zu alt bin, um die auch möglichen negativen Auswirkungen dieses Kartenhauses noch zu erleben.

Warum nur kommen mir in diesem Zusammenhang ständig die Dutzende von E-Mails-Aufforderungen in den Sinn, die mich nötigen mit bloss 200 Franken täglich bis zu Tausende von Euros zu generieren?

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Vollgeld-Initiative 20 Mai 2018 14:43 #96

Aktuelle Umfragen geben der Vollgeld-Initiative keine Chancen. Das überrascht mich nicht, schon deshalb, weil die Schweiz mit dem bestehenden Geldsystem gut gefahren ist, in guten wie in schlechten Zeiten. Dass die SNB vor rund 10 Jahren die systemrelevante UBS mit einem „Überbrückungskredit“ retten musste, wird immer noch als ordnungspolitischer Sündenfall hochgespielt. Ich frage mich warum, denn per Saldo hat die SNB mit dieser Transaktion rund 5 Milliarden Franken verdient. No risk, no fun ;-)

In der Zwischenzeit hat sich die SNB auch noch ein paar andere Einnahmequellen erschlossen, vor allem durch „Gelddrucken“ und Ankauf von Fremdwährungen, anerkanntermassen ein Hochrisikogeschäft, was aber niemanden stört, vor allem nicht jene, welche die Vollgeld-Initiative befürworten. <Mehr Macht der SNB>, lautet ihre Devise, nicht ausdrücklich, aber sinngemäss und klugerweise stillschweigend.

Nebenbei wird am 10. Juni auch noch über das Referendum zum Geldspielgesetz abgestimmt. Im Parlament waren noch „alle“ für dieses „ausgewogene Spielbankengesetz zum Schutze der Spielsüchtigen und zum Nutzen von Kultur, Sport und AHV“. Darum geht es neuerdings nicht mehr, denn der Teufelsfuss liegt bei den angedachten Netzsperren für ausländische Online Anbieter, die sich keinen Deut um unsere Kultur- und Sportfinanzierung scheren. Der „digitalen Allianz“ der politischen Jungtürken ist es offensichtlich gelungen, auch die älteren Semester ihrer Parteien, notabene von links bis rechts, von der Ungeheuerlichkeit des gutgemeinten Gesetzes zu überzeugen. Auch hier geht es ums Geld, allerdings nicht um meines. Ich bin kein Spielertyp und spare gerne die CHF 300.-, die „der Schweizer“ angeblich im Durchschnitt für steuerpflichtige, legale Geldspiele pro Jahr ausgibt. Für mich, so scheint mir, ist die Rechnung aufgegangen, rechne… Problematisch scheint mir lediglich die Tatsache, dass unsere einigermassen gut bezahlten Parlamentarier während Monaten, oder noch länger, über ein neues Geldspielgesetz beraten, Kompromisse schliessen, vielleicht auch Kuhhändel – und dann am Tag der Wahrheit nicht mehr dazu stehen, was sie seinerzeit wohlmeinend für die Allgemeinheit beschlossen haben.

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