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THEMA: Ein Erlebnisbericht zum Thema im Schaufenster: 1918: Nach dem Krieg noch kein Frieden

Ein Erlebnisbericht zum Thema im Schaufenster: 1918: Nach dem Krieg noch kein Frieden 10 Apr 2018 21:21 #1

Dateianhang:

Dateiname: Seemannslos_2018-04-10-2.pdf
Dateigröße: 140 KB
Im «Schaufenster» entdeckte ich einen Bericht über ein Museum in Biel mit dem Thema: «1918: nach dem Krieg noch kein Frieden». Es setzt sich mit der Zeit der Schweiz nach dem ersten Weltkrieg auseinander. Einerseits interessiert mich das brennend, andererseits wäre es interessant zu wissen, wie die einzelnen Menschen damit fertig wurden. Dazu müsste ich schon davon Betroffene finden. Das ist leider unmöglich. Die Idee liess mich dennoch nicht los und so nahm ich ein Beispiel aus meiner Familie: «die Geschichte meines Vaters», dessen Leben in der Monarchie begann, den ersten Weltkrieg als Seemann aktiv erlebte, im zweiten Weltkrieg einen Sohn verlor und sich in einer Demokratie wiederfand. Letzteres verkraftete er nicht. Er blieb für den Rest seines Lebens ein Seemann und Untertan.

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Gerd
Letzte Änderung: von wengerd.

Ein Erlebnisbericht zum Thema im Schaufenster: 1918: Nach dem Krieg noch kein Frieden 10 Apr 2018 22:27 #2

Bravo und Dank, lieber Gerd, für deine Geschichte zum Thema! Es sind Welten, die sich da voneinander unterscheiden, obwohl wir ja eigentlich nur durch den Rhein getrennte Nachbarländer waren. Ich bin im gleichen Jahr wie du geboren. Aber so bewegende Zeiten sind nicht in meinen Erinnerungen. Als ich sechs war, schien die Welt wieder in Ordnung zu sein. Die Kirchenglocken läuteten, es war Friede.
WillY

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Ein Erlebnisbericht zum Thema im Schaufenster: 1918: Nach dem Krieg noch kein Frieden 11 Apr 2018 09:16 #3

Hallo Gerd, recht herzlichen Dank für Deine Geschichte. Mit Jahrgang 1932 habe ich zum Glück nur noch den zweiten Weltkrieg erlebt und zwar noch als Knabe.
Thedy

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Ein Erlebnisbericht zum Thema im Schaufenster: 1918: Nach dem Krieg noch kein Frieden 11 Apr 2018 13:33 #4

Spannend und sehr lebendig geschrieben, Gerd, danke !
Sehr interessant wären ähnliche Geschichten von Schicksalen aus der Schweiz von anno dazumal. Ich stamme aus der Nachkriegszeit, habe aber null Ahnung über die Zeiten vor meiner Geburt. Irgendwie waren wir viel zu stark mit dem Heute und dem Morgen beschäftigt, dass das Gestern ein Thema gewesen wäre.

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Jean-Pierre Guenter

Ein Erlebnisbericht zum Thema im Schaufenster: 1918: Nach dem Krieg noch kein Frieden 11 Apr 2018 20:50 #5

Hallo jipégé,
herzlichen Dank für Deinen Kommentar und fürs "Schulterklopfen.
Liebe Grüsse
Gerd

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Gerd

Ein Erlebnisbericht zum Thema im Schaufenster: 1918: Nach dem Krieg noch kein Frieden 11 Apr 2018 20:52 #6

Hallo Thedy,
Du scheinst auch viel in Deinem umfangreichen Erlebnisfundus gewühlt zu haben, was Deine vielen Berichte bestätigen. Weiter so!`
Liebe Grüsse
Gerd

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Gerd

Ein Erlebnisbericht zum Thema im Schaufenster: 1918: Nach dem Krieg noch kein Frieden 12 Apr 2018 13:32 #7

Lieber Gerd,

Dein Bericht gehört zum Besten, was in der letzten Zeit über diese dunkle Vergangenheit publiziert wurde.
Es passiert eben viel beim sogenannt einfachen Volk und genau dieses muss immer die schlimmsten Zeiten durchleben. Das haben wir ja sehr anschaulich während dem tausendjährigen Reich miterlebt. Wenn jemand nicht Heil ...... brüllte, wurde er oder sie ins Konzentrationslager gesteckt und vergast.
Andersherum, wenn ich daran denke, was die schweren Bombardierungen für Schäden angerichtet haben und wie viele unschuldige Menschen ihr Leben lassen mussten, macht es mich furchtbar betroffen. Hier erwähne ich nur ein Beispiel: Die Altstadt von Dresden. Mit meiner Frau war ich an einer Andacht in der nach jahrzehnten wiederaufgebauten Frauenkirche. Der Priester sprach von Versöhnung und das Wort Vergeltung exisierte überhaupt nicht. Wir waren tief beeindruckt.

Danke für diesen wertvollen Bericht

pablito

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Ein Erlebnisbericht zum Thema im Schaufenster: 1918: Nach dem Krieg noch kein Frieden 12 Apr 2018 18:16 #8

Lieber pablito,
danke für Dein Kompliment, was mich sehr freut.
Die Nationalsozialisten machten durchaus Unterschiede, wie ein Heil... bei der Körpersprache wirkte. War sie offensichtlich tollpatschig, wie sie bei pflichtbewussten Menschen manchmal in Erscheinung tritt, dann blieb das folgenlos. Neigte es aber zu Spott oder Ironie, konnte sie gefährliche Folgen nach sich ziehen. Eine Ausnahme war der Kabarettist Karl Valentin, dessen Ironie nie unangenehme Folgen hatte, wahrscheinlich, weil er - wie ein Hofnarr - Hitler zum Lachen brachte. Das soll aber keinerlei Verharmlosung aller Geschehnisse der damaligen Zeit bedeuten.
Die Versöhnung, die zum Wiederaufbau - vor allem - der Frauenkirche Dresdens beitrug, zeigte was eine solche Haltung bewirken kann. Vergessen wir aber nicht, wie lange das dauerte, bis es dazu kam. Nach 1945 trug der Marshall-Plan wesentlich dazu bei, den Wiederaufbau Europas zu initialisieren und durchzuführen. Zu einer Versöhnung kam es aber dabei nicht, denn die nationalsozialistischen "Opfer" zeigten keine Spur von Absicht zu einer Versöhnung. Jahrzehntelang herrschte die Meinung, dass die Kriegsverlierer zu Unrecht in diese Rolle gedrängt wurden und dass der Krieg ganz anders hätte enden können. Und auch heute verteidigen manche Menschen eine solche Meinung. Versöhnung braucht viel Zeit und Vernunft, um ehrlich zelebriert zu werden. Wenn das gelingt, grenzt es fast an ein Wunder.
Liebe Grüsse
Gerd

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Gerd
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