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THEMA: Pflanzen und Bienen in den Merian Gärten

Pflanzen und Bienen in den Merian Gärten 13 Jun 2019 20:27 #1

  • Blumenfrau
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  • Beiträge: 372
Das war ein wunderbarer Ausflug nach Basel in die Merian Gärten am Mittwoch, 12. Juni 2019.
Wir mussten zwar (für SeniorInnen) früh los in Bern und sind auch erst um 18 Uhr wieder in Bern angekommen, aber es war den Aufwand wirklich wert.

Bei regenfreiem, mehrheitlich sonnigem Wetter konnten wir die Gärten unter kundiger Führung besuchen und nach einem wirklich feinen Mittagessen in der Villa Merian noch das Bienenhaus besuchen. Die Imkerin ist mit viel Leidenschaft und natürlich auch Fachwissen auf all unsere Fragen eingegangen.

Ich möchte WillY's Bericht und seinen Fotos hier nicht vorgreifen. Ich möchte nur auf einen Roman hinweisen, den ich gerade begonnen habe zu lesen: Maja Lunde "Die Geschichte der Bienen". Eine Geschichte in drei Epochen - 1852, 2007 und 2098. Ich gebe euch hier den Anfang des Klappentextes wieder zu 2098: " Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr...." Bestimmt spannend, aber in jedem Fall eine gründliche Überlegung wert.

Da ich im Moment in Blumen "bade", gehts mir nicht nur sehr gut, sondern das Thema liegt mir auch sehr am Herzen. Viele Grüsse, eure Blumenfrau.

...und viel mehr Blumen, solange es geht, nicht erst auf Gräbern, da blühn sie zu spät.

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...und viel mehr Blumen, solange es geht, nicht erst auf Gräbern, da blühn sie zu spät.
Letzte Änderung: von Blumenfrau.

In den Merian-Gärten Basel 13 Jun 2019 20:35 #2

Nach Regentagen sah es auch gestern noch am Vormittag grau und regnerisch aus. Aber die Prognosen kündigten Sonnenstunden an. Und tatsächlich, als die Schar von über 20 Bäre-HöcklerInnen in Olten gezwungenermassen wegen irgend einem Gleisdefekt im Baselbiet in einen anderen Zug umsteigen musste, lachte sich der Himmel bereits mit sonnigen Abschnitten ins Fäustchen.

Mit dem Tram gings Richtung Dreispitz. Dort ist nämlich ein ganz einfaches "Gartentöörli", etwas versteckt, durch dieses wir in die Merian-Gärten gelangen konnten. Niggi Hufschmid erwartete uns schon am Tor. Wir waren ja wegen der Zugspanne verspätet. Er führte uns zu einem Känzeli, von dem aus wir eine prächtige Aussicht hatten auf die Anlagen und Gebäude. Dazu gab er uns eine Einführung in die Geschichte und den Zweck der Merian-Stiftung. Mehr dazu kann man auf der HP der Merian-Gärten lesen.



Blick auf die bereits verblühenden Iris-Felder, die grosse Wagenhalle links, früher eine Kutschenausstellung beinhaltend, heute (leider!) eine Eventhalle; rechts das grosse Oekonomiegebäude.



Blick gegen Osten auf die Villa Merian (Sommer-Residenz der Merian-Burckhardts! und das Gut Brüglingen mit der Mühle.



Durch vielfältig bewachsene Magerwiesen stiegen wir nach unten.



Auf Details aus den Wiesen wies uns der Führer besonders hin und zeigte uns die Geheimnisse der Gräser.







Einblicke in versteckte Ecken und schön angelegte Bachläufe.



Fotomotive hatte es natürlich in Hülle und Fülle. So viele, dass einzelne FotografInnen manchmal nichts mehr von den Erklärungen von Niggi Hufschmid mitbekamen. Ich liess mich oft verleiten, mit Gesamtaufnahmen die Eindrücke der Blumen-, Farben- und Pflanzenvielfalt in einem einzigen Bild einzufangen. Erst bei der Bearbeitung zeigte sich, dass bei dieser Lichtsituation oft mit Nahaufnahmen und sogar im Schatten bessere Bilder entstehen.



Aber hier konnte ich es mir nicht verkneifen, die wandelnden Köpfe festzuhalten.



Rechtzeitig zu Pfingsten blühten dieses Jahr aber die Pfingstrosen in ihren vielfältigen Arten. Hier sind sie in einem eigenen Revier aalle beisammen zu bewundern.







Diesem Kränzchen begegnete ich auf dem Weg zur Villa Merian, wo wir zum Mittagessen auf der Terrasse erwartet wurden.





Das Hühnchen erwies sich als Poularde, das Fischmenue als riesiger Lachsmocken! Aber offenbar schmeckte es und wir fühlten uns wohl bei der fleissigen Bedienungsmannschaft. Ausser uns waren da noch eine weitere Festgesellschaft und Einzelgäste. Wir hatten aber genügend Zeit - was ich immer sehr schätze.



So konnte ich nämlich die vier Gänse auf der Weide besuchen und sie ungeniert aus der Nähe portraitieren. Wir waren uns über die "Marke" nicht ganz einig. Aber vielleicht gelingt es ja noch mit einer der Suchmaschinen.



Diese Gans betrachtet neugierig die weissen Margritli im Gras und fragt sich wohl gerade, ob diese zum Dessert schmecken werden.



Ich stieg auch noch schnell auf einen Sprung zur Mühle hinab, wo sich ein Mühlenmuseum befindet und auch sonst schöne Ecken und Motive zu finden sind. Ebenso hat dort die Forschungsstiftung Pro spezia rara ihre Informationsräume und ihre Versuchsfelder.



Hier muss ich diesen ersten Teil abbrechen (Bilder am Limit) und berichte zum Besuch des Bienenhauses in einem neuen Anlauf.

Bis bald,
WillY

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Letzte Änderung: von WillY. Begründung: Dreispitz, nicht Joggeli

In den Merian-Gärten Basel 13 Jun 2019 22:08 #3

Der Nachmittag brachte uns nochmals eine Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Wir besuchten das "offene Bienenhaus" mitten in einer reichhaltigen Magerwiese - und an einem besonders warmen, sonnigen Plätzchen!



Zur abgemachten Zeit war aber Frau Sabine Richli nicht da; sie hatte uns glatt vergessen. Erst auf den Anruf von Jean Pierre kam sie eilends aufs Gelände und öffnete Türen und Fenster des Bienenhauses. Sie ist als Lehrerin ausgebildet und als erfahrene Imkerin hier in ihrem Fachgebiet mit Führungen, vor allem auch für Schulklassen, beauftragt..



Unterdessen genossen wir die Sonne in vollen Zügen.



Auf der Frontseite wimmelt und summt es von Tausenden von Arbeitsbienen, die hier fleissig ein- und ausfliegen. Sie erkennen ihr Volk nicht an dem grafischen Zeichen über dem Anflugbrett, auch nicht an dessen Farbe, sondern am Geruch ihrer Königin, den die "Ventilatoren-Bienen" auf der Anflugplatte ihnen entgegen wedeln! Dies und viele weitere interessante, oft unbekannte Verhaltensweisen erfuhren wir im Laufe der spannenden Erklärungen.









Wir konnten auch einen Blick in die Kästen der z. Zt. 6 Völker werfen. Frau Richli öffnete hinten ein Türchen und wir konnten durch Glas geschützt dem Gewusel im Innern zuschauen.





Mit dem Tele guckte ich neugierig um die Ecke auf die Anflugbretter. Da liessen sich stundenlang interessante Beobachtungen machen. Aber man müsste eigentlich eine Videokamera benützen, um die Szenen in Bewegung festzuhalten.

Verschiedene praktische Anwendungen, die Nebenprodukte der Bienen mitbringen, konnten wir unmittelbar ausprobieren, von Pollen und dem Deckelwachs bis zum medizinisch wertvollen Heilmittel Propolis!

Mit grossem Dank verabschiedeten wir uns, zufrieden, einen so hoch interessanten Vortrag über dieses fleissige Bienenvolk genossen zu haben. Ja, es ist eigentlich ein kleiner Staat, der uns hier vorgeführt wird. Eine Königin wird "gemacht", also herangefüttert vom Volk; sie bedient sich der Drohnen, die sie umschwärmen und begatten; die Königin liefert dann viele Tage und Wochen lang täglich eine grosse Anzahl Eier und verteilt sie auf die Waben - Drohneneier in etwas grosszügigere - , dort werden sie von den Arbeitsbienen gefüttert. Eine sorgfältig abgesteckte Arbeitsteilung also. Für uns Menschen aber vielleicht nicht so passend, oder?



Einer degustierte unterdessen die Früchte des Kirschbaumes nebenan. Ich vermute aber, dass diese kleinen Beeren noch nicht zum Verzehr bestimmt waren. Ich hoffe, dass Walter keine Magenbeschwerden bekommen hat.

Diesmal fuhren wir mit dem fahrplanmässigen Zug von Basel wieder nach Bern zurück, glücklich und mit Dank an die Organisatoren, Jean Pierre und Christian. - Und versehen mit einem willkommenen Durstlöscher, einem alkoholfreien Bier einer bekannten Marke der Region, das uns in den Vorhallen des Bahnhofes in die Hände gedrückt wurde!

Wie der Tag begann, so endete er für uns: Nach dem Schliessen der Haustüre regnete es aus den dunklen Wolken über dem Aaretal. Aber unsere Schirme blieben trocken.

Die Bilder können mit einem Klick vergrössert werden. Die ganze Bildstrecke von 50 Aufnahmen stelle ich jetzt noch in mein entsprechendes Google-Album. Klick auf diesen Link: photos.app.goo.gl/TNuzN8AEbLUuHeFX8
Dort können sie einzeln oder als Diaschau betrachtet werden. Ich nehme an, dass weitere Eindrücke mit oder ohne Kamera hier noch angefügt werden und freue mich darauf!
WillY

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Letzte Änderung: von WillY.

In den Merian-Gärten Basel 14 Jun 2019 04:11 #4

Vielen Dank für diesen Bericht, der Lust macht, auf den Merian Gärten zu besuchen.
Merci pour ce reportage qui donne envie d'aller visiter le Merian Gärten.

Cordialement.
Mit freundlichen Grüssen

Jean-Pierre

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Cordialement.
Mit freundlichen Grüssen

Jean-Pierre

In den Merian-Gärten Basel 14 Jun 2019 10:10 #5

Merci jipé!
Übrigens habe ich jetzt herausgefunden: Die Gänse auf der Wiese sind NILGäNSE! Alopochen aegyptiaca.
WillY

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In den Merian-Gärten Basel 14 Jun 2019 11:40 #6

Und ich habe dank der begeisterten und begeisternden Imkerin realisiert, dass ich von Bienen nicht die geringste Ahnung hatte und jetzt es bitzeli mehr über dieses erstaunliche Wesen weiss. so z.B.
- dass die Königin nur 1x in ihrem Leben befruchtet wird und dann jahrelang ca 1'500 Eier pro Tag legt
- dass aus den befruchteten Eiern die weiblichen Arbeiterinnen und aus den unbefruchteten Eiern die männlichen Drohen entstehen
- dass diese Drohnen nur zur Pflege des "Klimas" im Bienenvolk da sind, damit die Arbeiterinnen nicht hyperventilieren und hektisch sind, sondern ruhig sind und arbeiten

Nein nein, ich schreibe jetzt nichts zum Frauenstreiktag :evil:


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter

Pflanzen und Bienen in den Merian Gärten 14 Jun 2019 12:06 #7

Den auf den ersten Blick beneidenswerten Drohnen geht es nicht besonders gut in ihrem späteren Leben. Zuerst werden sie im Stock gemästet (wie Sumoringer), dann dürfen sie mit der jungen Königin in die Flitterwochen, wie schön. Aber dann sind sie sich selbst überlassen, sie können sich nicht selbst ernähren, sie finden nicht mehr nach Hause und wehrhaft wie ihre ehemaligen Mitbewohnerinnen sind sie auch nicht, denn sie haben keinen Giftstachel. Dazu kommt noch der Frust, denn nur wenige aus der Truppe kommen zum Handkuss bei der Königin. Sie enden als Vogelfutter oder als Biomasse.

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Pflanzen und Bienen in den Merian Gärten 14 Jun 2019 16:39 #8

Sehr interessante Bemerkungen und wundervolle Bildberichte.
Während meines Studiums musste ich ein Sommersemester lang Bienenvölker und Solitärbienen beobachten dürfen. Das testatpflichtige Müssen wurde mir - aus den von Euch gemachten Argumenten - zu einem absoluten Hoch.
Meine Ergänzungen hier und heute will ich aber nicht geheim behalten.
Es gibt wohl nichts in der Natur, was ohne Ziel und Grund geschieht, heisst es oft.
Oh doch!
"Unbefruchtete Bieneneier" sind eigentlich in der lebendigen Natur nutzlos. Die Zufallsentwicklung durch hunderte, tausende und millionenfache Mutationen im Erbgut der Honigbienen brachten es zustande, dass die hormonelle Steuerung des Bienenvolkes, ausgehend von der Königin, auch das Wachstum und die Entwicklung zu lebenden, aber unreifen Formen von Bienen ermöglichte. Einzig dann, wenn die Königin am Sterben ist, selbst eine massive Hormonumstellung erfährt, reifen die Keimzellen der dann noch im Stock lebenden Drohnen. Somit ist sichergestellt, dass eine junge Königin, die ja inzwischen ernährt wurde, begattet werden kann und je nach Status des Volkes schwärmt oder die alte Königin ersetzt.
Nicht von ungefähr schreiben Bienenforscher oft von einem Volk als ein Lebewesen, bestehend aus vielen frei fliegenden Zellen.
Nichts anfangen kann ich mit den vermenschlichenden Vergleichen. Oder hat je jemand berichtet oder geschrieben über Lustgefühle bei Bienen?
Ein ganz anderer Gedanke ist mir aber wichtig.
Die Klimaveränderung mag zwar in aller Munde sein und ein Medien Hype sondergleichen.
Klimaveränderungen gab es aber in den vergangenen rund viereinhalb Milliarden Jahre Erdgeschichte schon Hunderte bis Tausende. Die Erde hat immer überlebt.
Aber die Befruchtung unserer lebensnotwendigen Nahrungsmittel durch Bienen, die wir Menschen mit Insektiziden, Monokulturen, Raubbau und vielem anderen mehr, gefährden bis hin zu deren Ausfall, ist weit gefährlicher als die Umstellung auf ein anderes Klima.
Die Erde wird auch das überleben, aber vielleict nicht wir Menschen.

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Pflanzen und Bienen in den Merian Gärten 14 Jun 2019 18:11 #9

Danke Andreas für Deine klaren Worte.
Danke herzlich für die informatien Bildberichte. Wie immer wunderschöne Fotos.

Schönes Wochenende wünscht allen SBlern

pablito

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Letzte Änderung: von pablito.

Pflanzen und Bienen in den Merian Gärten 16 Jul 2019 10:10 #10

  • Ruth 35
  • Ruth 35s Avatar
auch ich habe die wunderschönen Bilder und den aufschlussreichen Text bewundert. Danke Willy ! Grüsse aus der Ostschweiz sendet Euch Allen Ruth

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