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THEMA: Teppichkauf.

Teppichkauf. 27 Dez 2015 12:50 #1


Hier sollten eigentlich Erinnerungen aus früheren Zeiten stehen, aber nun, da die feierliche Weihnachtszeit vorüber ist, kann ich sicher auch mein kürzliches Erlebnis erzählen, als Beispiel und zur ev. Abschreckung! Ich bin ja im Oktober umgezogen in ein Mehrfamilienhaus, und hier habe ich ein grosses Entrée und meine relativ kleinen Teppiche sahen darin eher verloren aus. Und just zu dieser Zeit fand ich in unserer Basler Zeitung einen Flyer, der Teppiche in allen möglichen Grössen und Preislagen anbot. Ich nix wie los und diesem Geschäft telefoniert, weil dieses Teppiche auch Probelegen wollte.

Prompt kamen zwei relativ junge Männer bei mir vorbei, mit Teppichen zum Aussuchen. Der erste lag am Boden (meine Freundin war auch bei mir und mit von der Partie) und ich fragte nach dem Preis, betonte aber, dass dies nicht das sei, was ich mir vorstelle. Die Antwort kam: 24 Tausend Franken! Mein Gelächter dazu kam auch prompt. Sorfort nahm der Jüngere einen Taschenrechner, und nach ein paar Sekunden sank der Prei schon auf 12 Tausend Franken. Ich lachte wieder und schüttelte den Kopf, worauf das Angebot auf 8 Tausend Franken sank. Nichts zu machen! Das ging hin und her und die beiden packten ihre Ware wieder zusammen, wollten aber wiederkommen mit anderen Teppichen, die mir bestimmt besser gefallen würden. Sie kamen auch wieder nach ca. einer Stunde, aber der Warentenor war immer noch gleich. Da meinte einer, sie hätten noch einen besonderen Teppich, der mir bestimmt gefallen würde, einen mit einem Lebensbaum. Gut, meinte ich, ein Lebensbaum würde mich noch interessieren, und sie verpsrachen, dass noch einer ihrer Brüder damit baldmöglichst vorbeikommen würde.

Es kam aber der Herr Papa und legte einen riesengrossen Teppich aus, patschblau, eine Farbe die ich von Anfang an abgelehnt hatte. Er war voller Rehlein, Hirsche und Sträucher :lol: :lol: worauf ich den Herrn fragte, wo denn nun der Lebensbaum sei. Da zeigte er auf ein Gesträuch irgendwo auf dem Teppich und vericherte mir, dieser Busch sei es!!! Mein Kommentar dazu war, das sei alles mögliche, ein Thymian, ein Salbei, ein Rosmarin, was auch immer, aber auf gar keinen Fall ein Lebensbaum..... der Mann wurde wütend, kam mit gestrecktem Finger auf meine Freundin zu und drohte: diese Frau, diese Frau ist schuld......... Also gab er ganz unfreiwillig zu, dass er und seine Söhne eine dumme alte Frau suchten, die auf ihre Tricks hereinfallen sollte.

Ohalätz! Da waren sie bei uns aber an der ganz falschen Adresse. Wir erklärten klipp und klar, dass wir von dieser Art genug hätten und wir sofort abbrechen wollten, denn mit unhöflichen Leuten wie diesen Herrn Papa hätten wir nichts am Hut, die Söhne seien wenigstens noch höflich gewesen. Und nun wollte der Papa noch wissen, wo ich denn diese vielen Reklamen gesehen hätte. Ich erklärte es ihm an Hand seines eigenen Flyers. Da zeigte er auf einen Mann, der in dieser Teppichgrotte abgebildet war und meinte, das sei doch er selber in seinem Geschäft, aber ich antwortete einfach, das sei kein Kunststück, denn ich könntre an seiner Stelle ganz locker auch Präsident Obama hineinkopieren, und dann wäre das eben der Präsident, der als Inhabe fungieren würde!.

Huch, wurde da der Herr Papa aber böse. Wir komplimentierten jedoch die Herren höflich hinaus, und wären sie nicht wirklich gegangen, hätte ich noch einen Satz von Polizei und so nachgeschoben.

Der Unverschämtheit höchster Gipfel war dann aber, dass dier Herr Papa am Montagmorgen sich nochmals per Telefon bei mir meldete, weil er wohl dachte, wenn ich die Alte allein erwische, dann "leg" ich sie auch! Ich sagte aber nur ganz trocken, der Fall sei "abgehakt" und nun habe ich vor diesen ....... Ruhe. Und einen schönen Teppich noch dazu, den ich in einem alten Basler Geschäft, das mir zuletzt noch in den Sinn gekommen ist, gefunden habe!

Es irrt der Mensch. solang er strebt.

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Es irrt der Mensch. solang er strebt.

Teppichkauf. 27 Dez 2015 13:25 #2

Bravo etna ! So wie's scheint, bist Du nicht die ideale Person für den Enkeltrick !


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter

Teppichkauf. 27 Dez 2015 14:12 #3

Grossartig Etna wie du und Ch. reagiert habt. Die Kerle meinten wohl, sie hätten leichtes Spiel mit euch.


Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in die Menschen hineinhuschen kann.

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Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in die Menschen hineinhuschen kann.

Teppichkauf. 27 Dez 2015 14:20 #4

Liebe etna zusammen mit meinen persönlichen guten Wünschen für Dich zum Neuen Jahr gratuliere ich Dir für diese Geschichte hier.
Willst Du sie nicht der grossen Basler Tageszeitung schicken? Dein Beispiel könnte vielleicht über SeniorBern hinaus vielen Menschen unserer Generation helfen.
Es grüsst Dich Andreas

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Teppichkauf. 27 Dez 2015 16:29 #5

Siehst Du , etna, Schuster, bleib bei Deinem Leisten! Ich gehe auch am liebsten in alteingessessene Geschäfte,
Alles , alles Gute für Dich im Neuen Jahr !
Kaninchen

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Letzte Änderung: von Kaninchen.

Teppichkauf. 27 Dez 2015 17:27 #6

Lieber Andreas,

danke für Deine guten Wünsche, die ich herzlich erwidere, auch an alle andern Leser und Mitschreiber sende, aber das mit der Zeitung lasse ich lieber bleiben. Die hat mich einerseits etwas empört, und andererseits etwas gelächert.

Was noch vor einiger Zeit völlig unmöglich gewesen wäre, war der Artikel auf Seite 2 dieses Mediums, der ausgerechnet am 24.Dezember erschienen ist. Ich bin zwar sehr real eingestellt und es erschüttert mich so schnell keine Nachricht, aber dass ausgerechnet an diesem Datum, als grosser Artikel von Gastroenterologen Mark Fox etwas gedruckt wurde, das von Verdauung und von den Tönen beim Pupsen handelt, hat mich dann doch etwas eigentümlich dreinschauen lassen. Das ist zwar vornehm auf Hochdeutsch ausgedrückt, wir sagen ja dazu gut schweizerisch FURZEN, aber auch weder der Professor noch die Zeitung haben von diesem Ausdruck dann Abstand genommen und das Kind beim Namen genannt.
So steht u.A.:
"Der Ton beim Pupsen entsteht durch die Vibration im Analkanal und den Pobacken, wenn das Gas hindurchkommt. Wenn man also fühlt, dass Wind im Anmarsch ist und Oma gerade die Weihnachtsgeschichte liest: im Sitzen nach vorne lehnen oder, unbemerkt, eine Pobacke zur Seite ziehen. So hat der FURZ Platz, um geräuschlos auszutreten."

Und dies alles, über Rülpsen, Völlegefühl etc. steht unter dem grossgedruckten Titel:
"Lassen Sie Ihre Gase raus und Ihren Ärger los" Warum Suppen die Wahrnehmung verändern, Pupse nicht brennen und Alkohol beim Festessen nicht fehlen darf.

Oder man könnte sich ja auch auf einen ganz dicken Teppich setzen, der würde, so man einen solchen gerade zur Hand hat, diese Töne dann sicher dämpfen ;) :angry: :whistle:

Es irrt der Mensch. solang er strebt.

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Es irrt der Mensch. solang er strebt.

Teppichkauf. 27 Dez 2015 18:22 #7

Liebe etna,

Alle Achtung vor Dir ! Das hast Du grossartig gemacht Es sind eben nicht alle alten Frauen dumm, oder lassen sich mit dem Enkeltrick über den Tisch ziehen. Die glaubten wirklich, sie hätten leichtes Spiel mit Dir und dieser Schuss ging zum Glück gründlich hinten hinaus.

Dir wünsche ich ganz herzlich alles Gute und viel Glück zum Jahreswechsel und ins neue Jahr. Danke für diese Geschichte.

pablito

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Teppichkauf. 27 Dez 2015 18:58 #8

pablito schrieb: Es sind eben nicht alle alten Frauen dumm ...


Ui, ui, ui, pablito, jetzt hast Du Dich aber weit zum Fenster rausgelehnt. (Spass :evil: )

Hans Jörg

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Teppichkauf. 29 Dez 2015 10:40 #9

Bravo Etna, grosse Hochachtung vor Deiner Courage. Man kann wirklich mit uns Alten nicht alles machen und das sollten sich die Gauner hinter die Ohren schreiben.
Ich wünsche Dir ebenfalls einen guten Start ins neue Jahr und lass Dich weiterhin nicht unterkriegen.
Herzlichst Monika

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Teppichkauf. 30 Dez 2015 00:38 #10

die preispolitik der teppichhändler ruft bei mir alte erinnerungen wach. vor jahren erwarb ich im souk von marrakech einen kelim. bei den preisverhandlungen wurde meine geduld arg auf die probe gestellt. es ist mir neu, dass solche methoden auch in der schweiz praktiziert werden.

hellhörig an der ganzen geschichte macht mich jedoch etwas ganz anderes. ich frage mich, ob das angebot des "probelegens" nicht eine billige masche sein könnte, um sich einblick in wohnungen zu verschaffen...?
es ist zu hoffen, dass die geschichte keine fortsetzung haben wird.

Das wahre Leben welkt nicht in seiner Jugendschönheit
und
erschöpft sich nicht in der Reife des Alters.
(H. von...

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Teppichkauf. 30 Dez 2015 09:46 #11

LoLa, diese Deine Idee kommt mir auch, wenn ich die Anzeigen der Ankäufer von Pelzen, Zinn, usw. in der Zeitung lese

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Teppichkauf. 30 Dez 2015 11:00 #12

genau kaninchen, geht in die gleiche richtung.
die naivität/gutgläubigkeit beginnt da, wo sich jemand (ob alt oder jung) auf ein solches angebot einlässt. bei meinem beitrag geht es mir nicht um angstmacherei, sondern um prävention.
ende der neunziger jahre bewohnte meine mutter eine kleine wohnung in einer neuen altersiedlung (angeschlossen ans altersheim). eines tages wurde ihre sichtliche gebrechlichkeit von einem habgierigen gauner schamlos ausgenutzt. es gelang ihm, meine mutter zu überlisten. dieses traumatisierende erlebnis verfolgte sie bis ans ende ihrer tage.

Das wahre Leben welkt nicht in seiner Jugendschönheit
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Letzte Änderung: von LoLa.

Teppichkauf. 30 Dez 2015 11:56 #13

Da dies ein THEMA zu sein scheint, will ich gerne noch eine längst zurück liegende Begebenheit erzählen, die mir und meinem Mann widerfuhr, als wir noch "jünger" waren, als die heutigen sogenannten Enkeltrick Opfer. Und das hat mich so ziemlich von einer Gutgläubigkeit geheilt, die sowieso meist überall gepredigt wird, gegen die Negativität der Zeit und derjeniger alter Leute.

Mein Mann kam von einem Ausgang nach Hause und im Schlepptau hatte er einen Mann, der mich unbedingt "begrüssen" wollte, weil er, nach seiner Aussage, aus der gleichen venezianischen Ecke stammte wie mein Vater. Zur Bekäftigung erzählte dieser auch, er heisse Rossi und habe eine Zeitlang als Mitarbeiter meines Mannes, in einer andern Abteilung, zusammen gearbeitet. Mein Mann meinte sofort, er könne sich an ihn nicht erinnern, der aber antwortete, er habe ja damals auch anders ausgesehen und sei nicht halb kahl gewesen, wie jetzt. Also bat ich ihn herein und wollte auch noch einen Espresso offerieren. Er erzählte, er habe gerade in der Mustermesse eine Ausstellung von Jacken und Taschen abgeschlossen und sei auf dem Heimweg nach Venedig. Ich ging schnell raus und schaute mir sein Auto an, das tatsächlich eine Nummer aus Mestre(VE) trug. Also war der Fall für mich glaubhaft.

Der Herr Rossi erzählte dann, er habe noch ein paar Exemplare vor, die er aber nicht nach Hause nehmen wolle und "schenkte" mir eine Tasche, aus echtem Schlangenleder, wie er sagte, die aber hundert Meter weit nach Kunststoff roch! Ich tat zimperlich, wollte so ein "kostbares" Geschenk nicht annehmen, aber er insistierte. Dann holte er drei Jacken "aus echtem Leder", die genau so rochen wie die Tasche. Mein Mann sollte kaufen, ganz billig. Dieser behauptete jedoch, er habe kein Geld mehr im Hause, er komme ja gerade von der Post, wo er Einzahlungebn gemacht habe. Rossi war ungläubig. Mein Mann holte aus seiner Kitteltasch drei Hunderternoten, zeigte sie zum Beweis, dass dies wirklich alles sei, was er habe.

Und da geschah das Unerwartete. Herr Rossi packte die Noten aus der Hand meines verblüfften Mannes, rannte zum Zimmer und zur Haustüre hinaus (Einfam.Haus, also keine Treppen etc.) und war weg ehe wir überhaupt nur Boing sagen konnten. Das Auto war weg, kein Rossi weit und breit.

Unsere Wut wich ziemlich rasch einem ungläubigen Gelächter. Ich telefonierte an die Mustermesse und erkundigte mich nach einer Jacken-Ausstellung, die es überhaupt nie gegeben hatte. Dort riet man mir, die Polizei zu verständigen. Mein Mann und ich nahmen dies aber als Belehrung und er erzählte es andern Tags einigen Ex-Kollegen. Diese lachten natürlich auch, schadenfreudig, wobei aber zwei trotzdem kamen, sich die Jacken ansahen, und jeder KAUFTE meinem Mann eine solche ab, so dass sich sein effektiver Schaden dann nur noch auf 150.-- belief, und eine Jacke, fürs Regenwetter, hatte er dazu ja auch noch!

Doch seit jenem Erlebnis hat mich gottlob bis zum heutigen Tag niemand mehr mit solchen Tricks herum gebracht und hoffentlich bleibt dies auch so. Wobei natürlich nichts zu machen wäre, gegen Einbrüche, die ja immer, je länger je mehr, geschehen. Aber dafür ist die Polizei zuständig und die Achtsamkeit, welche wir selber unseren Wohnungen schenken müssen, um sie vor Schaden zu bewahren, so gut man kann. Ich versuche dies schon seit langem mit gedanklichen, metaphisischen Gesten, indem ich um meine Privatsphäre des Wohnraumes einen immaginativen Lichstern ziehe. Und der schützt, weil ich felsenfest daran glaube!

Es irrt der Mensch. solang er strebt.

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Es irrt der Mensch. solang er strebt.

Teppichkauf. 30 Dez 2015 12:06 #14

eine geschichte zum schmunzeln, liebe etna :P
der italo war nicht nur ein "langfinger" sondern auch speedy...

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und
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Teppichkauf. 30 Dez 2015 13:20 #15

Liebe etna,

Genau diesem feinen Mann gingen meine Frau und ich auch beinahe auf den Leim - aber nur beinahe. Er wollte uns Lederjacken "schenken", aber als wir etwas von Polizei rufen erwähnten, war er sehr schnell weg, ohne ein "Geschäft" gemacht zu haben.

Alles Gute

pablito

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