Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1

THEMA: 1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 1

1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 1 04 Apr 2017 13:06 #1

1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 1

Vorgeschichte:

Im Oktober 1986 war meine Gattin Sonja eingeladen zu einer Wochenend "Wyber-Reis" nach Lissabon mit ihrer Cousine, deren 2 Töchtern und einer Freundin.

Sonja kam hell begeistert zurück und die Art wie sie von diesem verlängerten Wochenend-Aufenthalt in Lissabon schwärmte, wusste ich wo es mit unserer nächsten Ferienreise hinging.

Im April/Mai 1987 haben wir dann tatsächlich 3 Wochen Ferien in Portugal verbracht. Wir kauften uns zwei Flugbillette nach Lissabon und liessen uns für die ersten Nächte im gleichen Hotel reservieren indem Sonja schon im Vorjahr abgestiegen war, auch ein Mietauto liessen wir für uns am Flughafen reservieren.


Das war ungefähr unsere Reiseroute

Wir fuhren gleich nach der Ankunft in Lissabon mit einem Taxi zum Hotel, es war noch Nachmittag. Da beim Hotel nur sehr beschränkt Parkplätze vorhanden waren, liessen wir das Auto noch bei AVIS am Flughafen stehen.

Ich wollte mir zuerst den Verkehr in der Stadt ansehen. Es war so wie ich befürchtet hatte, in dieser Stadt wurde gefahren wie in Italien und Frankreich. Ich hatte also kein Bedürfnis mich mit diesen „kleinen“ Formel 1 Piloten zu messen.


Das Hieronymitenkloster von Belém


Der Torre de Belém (der Turm von Belém)


Das Denkmal für Heinrich den Seefahrer


Ein kleines Detail davon

Wir bestellten uns ein Taxi und fuhren mit diesem an den Fluss Tejo und nach Belém, ein Quartier das gleich am Fluss angesiedelt ist. Dort hat es einige sehr interessante und sehr schöne alte Bauten zu besichtigen. z.B. Das Kloster von Belém (Hieronymitenkloster) mit seiner imposanten Fassade, nebst dem „Torre de Belém“, ein spezieller Turm, und selbstverständlich eine riesige Statue zu Ehren von Heinrich dem Seefahrer (er ist übrigens gar nie selbst zur See gefahren, hingegen hat er scheinbar die Seefahrt sehr gefördert). Diesem König wird in ganz Portugal noch an vielen weiteren Orten gehuldigt.

Es war schon ein ziemlich warmer Tag und in den Strassen der Stadt stank es furchtbar nach Dieselauspuffgasen weil die Mehrheit der Autos mit Diesel unterwegs waren.

Übrigens eine kleines Erlebnis des frühen Nachmittags. Wir wollten etwas kleines essen und trinken und fanden einen kleines Restaurant am Ufer des Tejo, es waren ziemlich viele Leute anwesend, aber es war erstaunlich ruhig. Man konnte sich in angenehmer Lautstärke unterhalten.
Plötzlich wurde es sehr laut, wir fragten den Kellner was denn los sei. Er antwortete lakonisch es sei ein Car mit spanischen Gästen angekommen.

Gegen Abend speisten wir ganz gediegen in einem kleinen Restaurant in Belem. Sonja hatte noch eine Visitenkarte dieses Restaurants von ihrer ersten Reise her. Wir waren am Anfang die einzigen Gäste, da anscheinend die Einheimischen wie in allen südlichen Länder erst sehr spät zu essen gewohnt sind. So konnten wir uns sehr angenehm mit dem freundlichen Personal unterhalten, obwohl weder meine Frau noch ich portugiesisch sprechen, kamen wir mit einem Gemisch von Italienisch und Französisch ganz gut zurecht.
Ich habe übrigens später festgestellt, dass südlich von Lissabon bis in die Algarve mehrheitlich Englisch als Fremdsprache verstanden wird, hingegen von Lissabon nordwärts eher die französische Sprache bevorzugt wird.


Das Dorfcentrum von Ericaira


Der Hafen von Ericaira

Am folgenden Tag nahmen wir am Flughafen unser Auto in Empfang und machten einen kleinen Ausflug etwas nördlich von Lissabon ans Meer, der Ort hiess Ericaira. Ich wollte mich etwas an den Verkehr gewöhnen und ganz allgemein die Fahrweise der Einheimischen beobachten. Und dies zahlte sich in den folgenden Tagen aus. Auch an diesem Tag mussten wir feststellen wie sehr zuvorkommend und freundlich die Leute waren. Ericaira war ein ganz einfaches Fischerdorf, wo noch alles in Ruhe erledigt wird.


Herrliche Landschaft



Am Tag darauf verliessen wir Lissabon und fuhren Richtung Süden bis Praja de Salema. Auf dem Weg dorthin fährt man durch ganz verschiedene Landschaften. Da hat es Weizen- und Maisfelder, dann kamen plötzlich ganze Haine mit Korkeichen. Auch ganz verträumte
Dörfer, wo man den Eindruck bekommt man sei noch anfangs dieses Jahrhunderts stehen geblieben. Da nisteten doch noch Störche auf dem Kirchturm.



Ich muss festhalten, dass zu der Zeit als wir diese Reise unternahmen, in ganz Portugal noch keine fertige Autobahn existierte. Aber das hat uns gar nicht gestört. Denn der Verkehr über Land war nicht übermässig dicht.


Praia de Salema

In Praja de Salema, ein ganz kleines Fischerdorf ganz im Südwesten nahe Sagres, der südwestlichsten Spitze von Portugal. Dort fanden wir Quartier in einem etwas erhöht gelegenen Mittelklasshotel mit schöner Aussicht aufs Meer und den Fischerhafen mit seinen farbigen Booten.


Sicht zum Cabo San Vincente von Norden


Cabo San Vincente


Innenhof mit Windrose im Centrum

Von hier aus machten wir in den folgenden Tagen Ausflüge nach Sagres, Cabo San Vincente und Aljezur. In Cabo San Vincente steht eine alte Festung, in dieser soll Heinrich der Seefahrer, ein früherer portugiesischer Herrscher, eine Seefahrerschule eingerichtet haben. Mitten im Hof der Festung ist eine steinerne Windrose im Boden eingelassen, sie hat einen Durchmesser von 10-15 Meter. An diesem südwestlichsten Punkt von Europa hat man einen unglaublichen
Rundblick.


Ort an der Algarve


So gelangt man an manchen Orten der Algarve zum Strand


Strand an der Algarve Küste

Auch einen Ausflug an die spanische Grenze und zurück schafften wir bequem, sogar an einem Sonntag.
Dazu ist vielleicht noch zu bemerken, dass es nicht Ferien-Saison war und auf dem Land nicht viel Verkehr herrschte. Die Strassen waren mittelmässig unterhalten, an manchen Orten trafen wir sehr grosse Löcher im Asphalt an.


Weiterer Ort an der Algarve

Fortsetzung folgt demnächst

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Thedy. Begründung: Bilder hinzufügen

1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 2 04 Apr 2017 13:34 #2

1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 2

Einige Tage später fuhren wir dann im Landesinnern nordwärts über Odemira, Aljustrel, Beja bis nach Evora.

In Evora übernachteten wir in einer privaten Pension, welche ihre Zimmer an der Strasse auf einer Tafel angepriesen hatte. Als wir dann die Stadt zu Fuss noch etwas erkundet hatten, beschlossen wir in einem kleinen neu aufgemachten Kellerrestaurant zu Abend zu essen. Wir haben dann sehr gediegen gegessen und sehr guten Wein genossen. Übrigens in dieser schönen alten Stadt waren auch die Römer einmal zu Hause.


Resten aus der Römerzeit


Das Centrum von Evora

A nächsten Tag gelangten wir über Coruche, Santarem bis nach Nazare, ebenfalls ein nettes Fischerdorf mit einem herrlichen Sandstrand. Hier logierten wir in einem neueren fast leeren Hotel ganz am Dorfrand. Hatten es dafür nachts auch sehr ruhig.


Am Strand von Nazare , auf der Höhe ist Sitio sichtbar


Enge Gassen in Nazare


Die Einwohner von Nazare hatten noch viel Zeit


Sicht auf Nazare von Sitio aus

Dieses kleine Fischerdorf lag nicht gerade an einer Durchgangsstrasse, desshalb verirrten sich nicht gerade viele Touristen in diesen einfachen aber interessanten Ort. Hier konnte man in aller Ruhe in irgendeinem Restaurant am Hauptplatz, unter freiem Himmel, frischen Fisch geniessen und den Leuten zusehen.


Die Kirche von Sitio

Am nördlichen Rand des Strandes von Nazare steht eine Felsklippe auf der der Ort Sitio steht, es gibt sogar eine kleine Bahn die dort hinauf fährt. Auch dort oben haben wir uns in einem ganz einfachen Restaurant verköstigt und die Aussicht genossen. Wiederum waren die Leute sehr freundlich und gaben uns richtig zu verstehen wie willkommen wir waren.


Die imposante Kathedrale von Batalha




Wunderbare Steinmetzarbeiten



Von Nazare aus machten wir Ausflüge nach Batalha mit seiner riesigen Kathedrale oder zur Universitätsstadt Coimbra oder nach dem Hafenort Figureira de Foz. In Coimbra war gerade die Abschlussfeier von Studenten im Gang, weshalb viele festlich gekleidete Menschen rund um die Universität unterwegs waren.


Coimbra Universität


Nochmals Coimbra

Auch Nazare wird jeden Tag von Touristenbussen angefahren, aber die treiben sich nur gerade an der Promenade am Meer und auf dem Hauptplatz mit seinen Geschäften und Restaurants herum. Es gibt aber noch mehr zu sehen im Ort oder unten am Strand, wo die Fischer noch ihre Netze von Hand flicken und die Frauen die Sardinen zum trocknen an die Luft und Sonne legen.


Das restaurierte Städtchen Obidos




Die Pousada von Obidos

Auch das ganz neu restaurierte Dörflein Obidos darf man nicht auslassen, das einzige Dorf, das noch eine intakte und komplette Stadtmauer besitzt. Die Mauer ist begehbar und erlaubt an einigen Stellen eine wunderschöne Aussicht auf die Umgebung und den Ort selber. Diesen Ort darf man einfach bei einem Portugal Aufenthalt nicht auslassen. Obwohl restauriert und von viele Touristen begangen scheint mir dieser Ort sehenswert. Viele Häuser sind mit den hier üblichen bemalten Kacheln (Azulejo’s) verziert.




Azulejo's

Schluss folgt demnächst

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Thedy. Begründung: Bilder hinzufügen

1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 3 04 Apr 2017 14:04 #3

1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 3

Übrigens wenn man so durchs Land fährt entdeckt man hin und wieder alte Schlösser oder Burgen, sogar ganze Befestiguns-Anlagen aus früheren Zeiten haben wir gesehen.


Grosse Befestigungsanlage


Noch eine Burg

Es gibt in Portugal wie auch in Spanien sogenannte Pousadas, das sind Hotels einer staatlichen Kette, häufig in Klöstern, Burgen oder anderen historischen Gebäuden untergebracht, waren aber für unser Budget etwas zu Kostenintensiv.


Lissabon


Lissabon mit Blick zum Schloss


Lissabon, Blick vom Schloss


Strasse vom Schloss zum Alfama Quartier

Zurück in Lissabon erkundeten wir auch die Stadt noch ein wenig mehr. Wir wanderten hoch zum Schloss (Castelo de Sao Jorge) und in die Alfama, das alte Stadtteil gleich am Fusse des Schlosshügels.
Das Zentrum der Stadt ist sehr belebt und hat viele Geschäfte und alte Herrschaftshäuser. Schade, wir fanden es schade, dass man diese nicht renoviert. Aber schon zu jener Zeit war Portugal ein eher armes Land.


Altertümliche Trams

Wir machten auch noch einen Abstecher nach Estoril & Cascais, das sind oder waren die noblen Vororte von Lissabon. Diesen Ausflug wollten wir eigentlich mit der Eisenbahn machen, aber beim Bahnhof angekommen stellte sich heraus, dass das Bahnpersonal streikte.
Als Ersatz fuhren Busse & so kamen wir trotzdem nach Estoril & Cascais und auch wieder zurück.
Estoril & Cascais sind sehr gut hergerichtet und sauber auf Tourismus getrimmt, da merkt man sofort dass da Geld vorhanden ist. Trotzdem war es der Ausflug wert.


Cascais



Für uns waren diese Ferien sehr erholsam und gaben uns Einblick in eine ganz neue Welt, denn irgendwie fanden wir, dass dieses Land gar nicht zu Europa passte. Wir haben sehr viele einfache und anständige Leute kennen gelernt, sie waren überhaupt nie aufdringlich. Das Essen ist in den normalen Restaurant einfach aber sehr gut zubereitet.

Schluss
Thedy

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Thedy.

1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 3 04 Apr 2017 18:26 #4

Danke Thedy für den interessanten Bericht.

Portugal ist eigentlich bei uns nicht so bekannt und trotzdem meine ich es sei eine Reise wert. Was mir auffällt sind die vielen sauberen Häuser in den Dörfern. Das findet man nicht überall.
DeinBericht hat mir Reisefieber verursacht, aber dorthin werde ich kaum einmal gelangen und das Fieber geht langsam vorbei.

Liebe Grüsse

pablito

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 3 05 Apr 2017 09:48 #5

Danke, Thedy, für Deinen schön bebilderten Bericht. Mir gefallen vor allem die Anmut und die Farben der alten analogen Aufnahmen. Ich denke, es sind digitalisierte Dias. Welche Filme hast Du verwendet?
HJK

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

1987 Unsere erste Portugal Reise Teil 3 05 Apr 2017 10:06 #6

Hallo HJK,
ja ich habe zu jener Zeit noch mit Filmen fotografiert und die Fotos später mit einem Scanner digitalisiert, dies aus Platzgründen und weil ich gerne Fotoshows machen wollte. Du hast ein gutes Auge, gratuliere.
Ich habe übrigens meistens mit Kodak filmen fotografiert.
Die Bilder aus meiner Zeit in Südafrika (1955-1958) habe ich ab Diapositiven digitalisiert.
Thedy

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Thedy. Begründung: Korrektur
  • Seite:
  • 1
Powered by Kunena Forum