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THEMA: Bootpeople: Wie eine chinesische Famile es schaffte, in die Schweiz zu gelangen

Bootpeople: Wie eine chinesische Famile es schaffte, in die Schweiz zu gelangen 18 Jun 2019 18:48 #1

Die Macht der Gewohnheit bringt meine Frau und mich dazu, jeweils einmal in der Woche im Boky, einem chinesischen Restaurant im Haus der Heilsarmee in Bern, zu tafeln. Und das seit mehr als 10 Jahren. Nebenbei bemerkt, macht es uns nichts aus, dieses Verhalten als «Bünzlitum» anzusehen. Wir kamen mit dem chinesischen Wirte Ehepaar ins Gespräch und erfuhren dabei über die abenteuerliche Odyssee der beiden in den 70er Jahren. Eine allgemeine Bekanntheit erlangten diese Flüchtlinge damals als «Bootpeople».
Hier folgt ein Bericht über die Flucht der sechsköpfigen Familie in den 70er Jahren, welche die heutige Wirtin elfjährig als jüngstes Familienmitglied erlebte. Diese chinesische Familie lebte damals in Vietnam. Konträre Meinungen von China und Vietnam zum Kambodschakonflikt führte zur Diskriminierung der in Vietnam lebenden Chinesen. Nicht nur chinesische Flüchtlinge, sondern auch vietnamesische Staatsangehörige mit oppositioneller Meinung zur Staatsmacht, flüchteten vor Repressalien.
Als die chinesische Wirtin begann, meine Fragen über die Gründe dieses geglückten Vorhabens zu beantworten, steigerte sich mein Interesse in dem Vorschlag, ihre Erlebnisse in einem Bericht zu schildern.
Ich danke Frau Chu herzlich, diesen Bericht hier veröffentlichen zu dürfen.
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Gerd

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Gerd

Bootpeople: Wie eine chinesische Famile es schaffte, in die Schweiz zu gelangen 18 Jun 2019 20:32 #2

Gerd, VIELEN DANK für Deine Arbeit als ghostwriter !
Du hast die sehr offenen Interviews mit Chu Tran Tieu Yen in einen lebendigen und sehr transparenten Bericht übertragen. Die Schilderungen kommen sehr plastisch rüber.

Wenn ich mir vor Augen halte, dass wir heute mitten in einer neuen boat people - Periode stecken und sich die Schweiz, Europa, die ganze Welt so abartig unmenschlich verhält, da kommt grosse Scham auf.

Wir sind oft im Boky, meist nach dem Kinobesuch, das entweder von Pizza-Ineschletze oder eben Boky gefolgt ist. Die zukünftigen Besuche werden mit Deinem Bericht im Hinterkopf irgendwie anders sein.


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter
Letzte Änderung: von jipégé.

Bootpeople: Wie eine chinesische Famile es schaffte, in die Schweiz zu gelangen 18 Jun 2019 21:16 #3

Lieber jipégé,
danke für Dein Lob. Jede Flucht bringt sehr viel tragische Begleitumstände mit sich. Ich glaube aber, die Ursachen zwischen dem, was Yen erlebte und was heute vor sich geht, laufen in einem ganz anderen Rahmen ab. Yens Flucht geschah in ganz ärmlichem Zustand und heute kommen die Massen teilweise mit Hoffnungen zu uns, die wir gar nicht erfüllen können. Und wer trägt die Schuld? Ich weiss es nicht.
Liebe Grüsse
Gerd

Gerd

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Gerd

Bootpeople: Wie eine chinesische Famile es schaffte, in die Schweiz zu gelangen 20 Jun 2019 12:01 #4

Gerd, das hast Du gut gemacht, ich danke Dir für diese Bereitschaft einer uns fremden Kultur Gehör zu schenken. Wo sind wir heute angekommen? Wir haben ausländische Nachbarn mit denen wir uns nicht verständigen können, weil sie unsere Sprache nicht verstehen und sprechen können oder "wollen". Mich depremieren solche Zustände, aber ich kann es nicht ändern.
LG Monika

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Bootpeople: Wie eine chinesische Famile es schaffte, in die Schweiz zu gelangen 21 Jun 2019 19:26 #5

Ganz herzlichen Dank Gerd für diese Geschichte.

Hoch interessant, lehrreich und sehr gut geschrieben.
Dieses Restaurand sollten wir bärehöckler uns merken und mindestens einmal besuhen. Wäre das etwas?

pablito

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Letzte Änderung: von pablito.

Bootpeople: Wie eine chinesische Famile es schaffte, in die Schweiz zu gelangen 21 Jun 2019 20:21 #6

das geht auch ohne Bäre-Höck, für uns zumindest, meistens nach dem Kino


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter

Bootpeople: Wie eine chinesische Famile es schaffte, in die Schweiz zu gelangen 25 Jun 2019 07:17 #7

Salü Gerd,
Das ist eine total spannende Geschichte Dieser Familie, die als Boat Poeble in die Schweiz kam.
Vietnam und die Geschichte die mit einhergeht interessiert mich seit der erste Krieg, damals gegen die Franzosen, im ehemaligen Nordvietnam ausgetragen wurde. Vor ca. 15 Jahren war ich dann immer wieder in Vietnam unterwegs. Es ist eine absolut spannende Reisedestination. Und immer wieder trifft man auf ehemalige Boat Popele, die zu Besuch hierher kommen, oder wieder eine neue Existenz aufbauen.
Letztes Jahr reisten wir über Land und hauptsächlich Wasser von Siem Reap nach Phnom Penh, dann weiter nach ChouDoc im Mekong Delta.
Der Hotelier in ChouDoc floh als knapp 17 jähriger ganz alleine, und kam als Börsenmakler in Kanada zu Wohlstand. Wieder zu rück in Vietnam baute er ein grösseres Hotel.


Unsere nächstes Ziel war einmal mehr Saigon. Kaum jemand sagt HCM.

Hier an einem der grossen Tische kam ein Herr, fragte in gutem englisch, ob noch ein Platz frei wäre. Dann kam noch ein zweiter Herr dazu. Wir unterhielten uns bei einem ausgedehnten Zacht, und es wurde immer spannender. Als 19 jähriger floh die chinesisch stämmige Familie, Vater Mutter und 12 Kinder, zuerst nach Hat Yai in Südthailand, und kam später in die USA. Der Ältere, Nummer 1, ist ein erfolgreicher Unternehmer in den USA, hat selbst eine grosse Familie, und ist auch der Boss. Neben mir Nr. 7, meinte er hat halt nur zwei Töchter. Und zum Schluss als wir uns verabschiedeten sagte Nr.1:" Jetzt verrate ich dir was ich Morgen mache, ich treffe mich mit dem Bruder des vietnamesischen Staatspräsidenten". Wo Geschäfte laufen, das wird die Ideologie zur Nebensache.

Vor 9 Jahren reisten wir in der wenig Touristischen Region von Nordvietnam, im Grenzgebiet zu China, herum. Hier leben viele Völker die kaum vietnamesisch sprechen, geschweige denn englisch.
Im Dorf Ta Van kam es zu einem spontan Besuch in einer Schule. Eine recht resolute Lehrerin hatte diese Klasse voll im Griff. Jedes Kind brachte ein Gedicht oder Lied zum Besten. Zum Schluss ein Loblied auf Ho Chi Minh

Diese Gegend ist oftmals sehr einsam. So hielten wir an einem Bauernhof der "Schwarzen Hmong" an und sahen uns etwas um

Letztes Jahr waren wir noch einige Tage in NahTrang. Eine Grossstatt mit ihre viel Tourismus. Interessant ist, dass hier ein Schweizer, der hier kaum bekannt ist, ähnlich wie Buddha verehrt wird. Alexander Yersin.


Dann nahmen wir den lokalen Bus in's zentrale Hochland. Unser Ziel Krong Buk Ha.

Wer hier zu Fuss unterwegs ist erlebt viel Spannendes, und fast jeder macht ein Schwätzchen an diesem schönen Chin. Neujahrstag 2018.
Grüsse Walti

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Letzte Änderung: von Walti.
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