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THEMA: Son et Lumière Schloss Oberdiessbach

Son et Lumière Schloss Oberdiessbach 09 Dez 2018 16:33 #1

In der Lokalpresse fand ich den Hinweis auf das Jubiläumsjahr des Schloss Oberdiessbach. 350 Jahre sind es her, dass das sog. neue Schloss - erbaut 1666-1668 - vom seinerzeitigen Erben der Herren von Diessbach, Albrecht von Wattenwyl, erträumt und erstellt wurde. Seither ist in 12 Generationen die Familie von Wattenwyl die Besitzerin und Erhalterin dieses wundervollen Schlossareals. Der heutige "Landherr", Sigmund von Wattenwyl, nennt sich aber Landwirt! Er bewirtschaftet als Meisterlandwirt mit seiner Familie mit Leib und Seele das recht grosse Gut, fast ganz allein ohne fremde Hilfen. Die Geschichte des Schlosses ist auf der eigenen Homepage spannend nachzulesen. Siehe: schloss-oberdiessbach.ch/



Das wunderschöne Schloss, im französischem Stil erbaut, steht unter Denkmalschutz und war im Jahre 2011 ein Projekt meiner Aufnahmen für Wikimedia (Wiki love monuments). Viele meiner damaligen Dokumente sind unter den entsprechenden Webseiten wieder zu finden. Das Schloss ist mein Favorit unter den Bernischen Herrenhäusern.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, den Eröffnungsanlass einer spektakulären Licht/Ton-Schau "Son et Lumière" zum Jubiläum nicht zu verpassen. Noch kurz bevor Sturm und Regen einsetzen sollte, nahm ich also am Freitag, 7. Dezember, die Gelegenheit wahr. Noch rechtzeitig vor dem Publikumsaufmarsch war ich auf dem Platz, traf im Vorbeigehen das Besitzerehepaar Sigmund und Martine von Wattenwyl bei einem Fotoshooting mitten in der Seitenallee zum Schloss - und auf dem Platz vermutlich einen der Söhne, dem ich von meiner Reportage für SeniorBern erzählte. Selbstverständlich gab er mir die Erlaubnis dazu.



Die Hauptallee zum Eingangstor (hier in umgekehrter Richtung Dorf) war bereits beleuchtet. Noch ist der Himmel hell, aber die Wolken nehmen von Westen her merklich zu. So habe ich mich bequem fast ohne störende Besucher umsehen mich einschiessen können. Mit Stativ und der grossen SONY 850 suchte ich bereits fix angestrahlte Gebäude oder Parkabteile.



Die grosse Schlossscheuer gehört zum alten Schloss (erbaut um 1546). Die Sonnenuhr wurde erst kürzlich restauriert. Aber man sieht sie praktisch nicht, leider.



Auch der Torturm gehört zum alten Schloss und wird in Szene gesetzt. Ich fragte mich allerdings, ob die Beleuchtung mit Graffitis nicht ein allzu wildes Bild abgibt. Aber der Stil ist wohl eine Anlehnung an die Moderne. (?)



Auch die beiden Torpavillons sind permanent farbig angestrahlt und sogar im Parkgarten neben dem Schloss erstrahlen diese wilden Graffities. - Tröstlich: wenn das Licht ausgeknipst wird, ist auch der ganze Spuk wieder weg!





Von wegen Spuk: die immer zahlreicheren Besucher gaben mir durch ihre Schatten ein willkommenes Motiv!



Wieder auf dem Platz vor dem Tor erlebte ich den Testlauf und konnte schon mal einen Vorgeschmack erhaschen, auf was ich mich da eingelassen habe.

Davon ist gleich zu sehen.

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Letzte Änderung: von WillY.

Son et Lumière Schloss Oberdiessbach 09 Dez 2018 17:29 #2

Von meinem Standort vor dem Eingangstor bot sich mir dann noch die Gelegenheit, eine Nebenschau mit bewegten Bildern auf der Fassade der Schlossscheuer zu verfolgen. Hier ist die Sonnenuhr etwas deutlicher zu sehen.







Die Bilder wurden von einem Grafikkünstler gezeichnet, verändert, entwickelt. Entschuldigt, wenn ich den Namen des Künstlers nicht mitbekommen habe.

Ganz ähnlich wie auf dem Bundesplatz in Bern (Rendez vous zum Thema der kleine Prinz) suchte ich mir dann einen Standort genau in der Mittelachse zum Schloss und versuchte, die Szenerie im Sucher so zu fokussieren, dass bei der nachträglichen Bearbeitung ein Aufrichten der stürzenden Linien möglich ist, d.h. möglichst viel Rand einzubeziehen. Mit meinem relativ kleinen Stativ musste ich halt auch hier mit den Köpfen der vielen Zuschauer rechnen. Ich getraute mich nicht, auf den Brunnen neben dem Tor zu steigen. Meine alten Knochen vertragen es einfach nicht mehr. Doch freute es mich, dass vor meiner Kamera ein respektvoller Abstand eingehalten wurde!

Mit grossartiger Musikuntermalung begann die Schau an der Hausfront.





Die Bilder weisen auf Motive aus der Geschichte der damaligen Zeit, im 16. und 17. Jahrhundert hin.



Albrecht von Wattenwil, der Besitzer der Schlossanlagen in Oberdiessbach träumt von einem neuen Schloss. Es wird geplant und gezeichnet und soll seinen Vorstellungen gemäss dem französischem Stil entsprechen. Unter König Ludwig XIV hatte er schliesslich seinen Dienst als Oberst geleistet.





Das Schloss besteht aus drei Teilen. Der mittlere Teil ist ein grosszügiges Treppenhaus. Auf beiden Seiten sind die Wohnräume und prunkvolle Säle untergebracht. Da werden Empfänge und Feste gefeiert - man kann heute diese Räume an Führungen besichtigen und sogar mieten! Es wundert mich nicht, dass ich auf der HP gelesen habe, dass die Besitzer ihre Stuben im alten Schloss eingerichtet hätten!



Im Jahr 1671 stirbt der Erbauer, Albrecht von Wattenwyl und wird in einer Familiengrabkapelle in der reformierten Kirche Oberdiessbach beigesetzt. Diese Gruft mit einem grossen Denkmal und einer Inschriftentafel ist heute noch zu besuchen, die verstorbenen Familienmitglieder werden zwar auf einer Ahnentafel nachgeführt aber nicht mehr in der Gruft begraben. commons.wikimed...Grabkapelle_von_Wattenwyl

Gleich gehts weiter.

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Letzte Änderung: von WillY.

Son et Lumière Schloss Oberdiessbach 09 Dez 2018 17:57 #3

Bilder erinnern an prunkvolle Festivitäten und Feiern im Schloss. Die Musik ist voll angepasst! Kann hier leider nicht wiedergegeben werden ;-)







Offenbar bogen sich die Balken bei all dem Betrieb.



Kann mir vorstellen, dass heutige Architekten dem Gebäude ein etwas anderes Aussehen gäben mit topmodernen Ausbauten. Dazu hat mich diese Szene inspiriert.



Ahnenbilder tauchen auf mit Portraits aus den verschiedenen Generationen.



Zum Schluss die heutige Familie von Wattenwyl, gleich doppelt, links und rechts zum Schlussbouquett.

Die ganze Schau dauert ca. 15 Minuten und wird zwei- bis dreimal am Abend wiederholt. Also heute Sonntag und noch bis zum Dienstag, 11. Dezember 2018, jeweils ab 18 Uhr bis ca. 21 Uhr - sofern es nicht stürmt und regnet.

Es war nach halb sieben, als ich mich auf den Weg nach Hause machte. Es fing an zu tröpfeln, der Wind blies stärker und es wurde empfindlich kalt. Perfektes Timing, sagte ich mir und war zufrieden mit diesem Abend. Ich wünsche allen Lesern und allenfalls weiteren Besuchern des Anlasses ebensolche Befriedigung oder auch Neugierde und Interesse an der Geschichte des Schlosses und deren Besitzer!
WillY

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Son et Lumière Schloss Oberdiessbach 09 Dez 2018 23:11 #4

Superbericht mit Superfotos.
WillY herzlichen Dank

Baeremanni

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Son et Lumière Schloss Oberdiessbach 10 Dez 2018 07:02 #5

Wunderschöne Aufnahmen, Danke WillY

Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in die Menschen hineinhuschen kann.

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Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in die Menschen hineinhuschen kann.

Son et Lumière Schloss Oberdiessbach 12 Dez 2018 11:57 #6

Liebe BesucherInnen
Mein Bericht hier hat ein ungewöhnliches Echo ausgelöst! Meine Mail an die Besitzerfamilie mit dem Hinweis auf diesen Forumsbeitrag löste sofort eine Reaktion aus, dass er, Sigmund von Wattenwyl wie auch sein PR-Mitarbeiter, Philippe Zürcher, den Link an Verwandte und Bekannte teilen werden. Zudem soll der Hinweis auch auf die Webseite des Schlosses Oberdiessbach in die Pressemappe eingefügt werden. Dies habe ich mit Genugtuung und Freude schon gestern feststellen können. Siehe schloss-oberdiessbach.ch/presse/ .

Übrigens gibt es für Interessierte den erst kürzlich erstellten Kunstführer "Die Schlösser in Oberdiessbach". Er kann über die HP unter Kontakt bestellt werden; kostet Fr. 25.- inkl. Versand, Vorauszahlung. Ich fand ihn heute bereits im Briefkasten, als Anerkennungsgeschenk! Meine Freude ist gross und mein Dank ebenso.
WillY

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Letzte Änderung: von WillY.

Son et Lumière Schloss Oberdiessbach 14 Dez 2018 22:32 #7

Ich wurde ja von diesem Anlass so ziemlich überrascht und habe spontan mich aufgemacht, den Bildbericht aufzunehmen und hier im Forum zu kommentieren. Da sind mir natürlich viele Details unbekannt geblieben, so z.B. die Namen der Künstler, die die Lichtprojektionen geschaffen haben. Hier fand ich heute einen Hinweis auf den Artikel vom 7. Dezember 2018 im Thuner Tagblatt, der all diese Hintergründe aufzeigt und die Autoren des Spektakels nennt. Wer daran Interesse hat, lese das folgende PDF. Bitte dazu den Download benützen, wenn sich der Link nicht von selbst öffnet.

This browser does not support PDFs. Please download the PDF to view it: Download PDF.

WillY

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Son et Lumière Schloss Oberdiessbach 02 Jan 2019 10:33 #8

Auf einem erneuten Besuch auf der HP des Schloss Oberdiessbach "fiel" mir der Link auf den YouTube-Film in die Hände, der die ganze Länge der Light-Performance von Marc-André Gasser samt Ton zeigt. Möchte ich euch nicht vorenthalten, die daran Interesse haben. Dauer 13 Minuten.



Es war halt Nacht!
WillY

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Letzte Änderung: von WillY.

Son et Lumière Schloss Oberdiessbach 09 Jun 2019 15:48 #9

Die Denkmalpflege des Kantons Bern hatte mich im Mai darüber informiert, dass die Schlösser in Oberdiessbach, das alte und das neue Schloss der Familie von Wattenwyl einen der fünf Jubiläumspreise 2019 erhalten habe. In einer Einladung zu einer Führung im neuen Schloss steht dazu.

Dornröschen schläft nie
Seit Generationen hat die Familie von Wattenwyl ihr Handeln an der langfristigen Sicherung der Schlossdomäne Oberdiessbach orientiert. Der Jubiläumspreis 2019 würdigt das Verantwortungsbewusstsein und grosse persönliche Engagement der Familie von Wattenwyl und ihre aufgeschlossene Haltung gegenüber der Öffentlichkeit.


Ich habe mir den Termin dieser Führungen im Schloss vorgemerkt und benutzte gestern, am Pfingstsamstag die Gelegenheit, einmal einen Blick IN mein liebstes Schlösschen werfen zu dürfen. Gerade noch rechtzeitig traf ich vor 10 Uhr beim Schlosstor ein und konnte dem Schlossehepaar Sigmund und Martine von Wattenwyl-Henri endlich einmal persönlich Danke sagen für die Reaktion auf meinen Bilderbericht. Siehe oben # 6. Sie erinnerten sich sofort an meinen Namen und freuten sich natürlich auch, mich mit einem festen Händedruck zu diesem Anlass begrüssen zu dürfen.

Es fanden sich übrigens über 70 Personen ein. Die grosse Gruppe musste in zwei Führungen aufgeteilt und dann je nochmals im Innern des Hauses in drei Räume mit je einer Führungsperson durchgeschleust werden. Die Räume sind nicht so gross, wie es von aussen den Anschein macht! Dafür sehr reich ausgeschmückt, mit z.T. Einrichtungen, Wandbehängen, Decken und Böden aus der Bauzeit 1666-68. Leider ist das Fotografieren bei Führungen nicht erlaubt, da es stören würde. Wir hätten ja im Schweizerischen Kunstführer alle wunderbar bebilderten Informationen beisammen, wie Sigmund von Wattenwyl auf meine Frage erklärte. Ich empfehle daher die Webseite des Denkmalschutzes zu konsultieren und bei Interesse dieses bisher dickstes Bändchen, eben erst herausgegeben, zu bestellen.

www.erz.be.ch/e...19OrtsterminFachwerk.html

Wie hervorragend die Einrichtungen und Möblierungen in den historischen Räumen gestaltet sind, können Interessierte gut auf der Webseite der Denkmalpflege oder auch des Schlosses einsehen. Ein Musterbild aber möchte ich euch nicht vorenthalten: Es findet sich auf einer Hinweisseite der Medienmitteilungen des Kantons Bern.



Bidl: Der Gartensaal von 1668 im Schloss Oberdiessbach wurde im 18. Jahrhundert den Bedürfnissen angepasst und mit Tapisserien aus der Manufacture Royale d’Aubusson ausgestattet (Foto: Markus Beyeler).

Mit blieb also noch übrig, einmal bei Tag, schönstem Sonnenlicht und blauem Himmel die Umgebung festzuhalten. Hier also meine Ausbeute mit der kleinen Nikon P7800 um das Schloss herum. Angeklickt, werden die Bilder grösser.



Blick vom Balkon in der Beletage auf das Eingangstor mit den Brunnen, den beiden Pavillons und die Schlossalle gegen das Dorf.



Die Parkanlage im Westen des Neuen Schlosses.



Durch das innere Tor hindurch werfe ich einen Blick auf die 260 Meter lange Parkallee gegen Süden, die erst vor ein paar Jahren neu bepflanzt wurde!



Die Seitenfront von der Süden Seite



mit interessanten Details bei den Dachaufbauten!



Von der Rückseite sieht die Fassade natürlich gleich strukturiert aus. Was aber fehlt, sind Vorhänge vor den Fenstern! Klar, der Stoff dafür ist nur sehr schwer zu beschaffen. Sogar das Schloss Windsor musste bei der Bestellung in England berücksichtigt werden, wie uns Frau Martine von Wattenwyl erklärte.



Vom hinteren Hof gelangte ich um die Ecke zum sog. Alten Schloss, in dem übrigens die Familie wohnt. Ob sie dort auch historische Einrichtungen und Möbel haben, glaube ich zwar nicht. Sie werden sich mit vier Kindern und dem grossen Landwirtschaftsbetrieb so einfach und bequem wie möglich machen und zeitgemäss eingerichtet sein.



Da rechts hätte es übrigens noch eine Ruine, die vom alten Schloss her zu stammen scheint. Sie muss offenbar warten, bis jemand sich für eine Renovation und Wiederverwendung erbarmt. Links das Wohngebäude.



An der Regenrinne des neuen Schlosses entdecke ich überall kunstvolle Schmiedearbeiten für ganz banale Funktionen, wie hier als Regentrauffe.



Die riesige Scheunenwand mit der Sonnenuhr.



Der Torturm zum Alten Schloss.



Oben im Dach ist, so viel ich mich vom ersten Fotoshooting für Wikimedia erinnern mag, ein Taubenschlag.



Während beim Lichtspektakel im Dezember 2018 Lichtstrahlen und Projektionen Farbe auf Gebäude und Mauern zeuberten, sind jetzt viele verschiedene Blüten in Gärten und auf Sträuchern zu bewundern.











Mit diesem Blumenstrauss danke ich dem Denkmalschutz und natürlich der Familie von Wattenwyl für diese Gelegenheit mit Ein- und Umsichten in und um die "Schlösser in Oberdiessbach" und wünsche allen Besuchern dieses Forenthemas herzlich frohe Pfingsten.

WillY

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