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THEMA: Endlich geschafft

Endlich geschafft 01 Mai 2018 13:17 #1


Dort, wo heute das Alpin Vitalresort Deltapark betuchte Gäste verwöhnt - in der rechten Bildhälfte vor dem Wald -
verbrachte ich in der Evangelisch-Reformierten Heimstätte, welche meine Eltern damals leiteten, die Kriegsjahre.
Täglich sah ich hinauf zu meinem Fotostandort, wo eine Turmruine über den Tannen hervor lugte. Sie interessierte
mich aber nie und auch niemals begleitete ich Gäste der Heimstätte dort hinauf. Das war meinem älteren Bruder
vorbehalten, der öfters von den Eltern mitgegeben wurde, damit er zuhause nichts Dummes anstellen konnte.
Der Strättligenturm
Trutzig und scheinbar uneinnehmbar.

Am wunderbar warmen und sonnigen Tag der Berner Fussballfeier nahm ich mir mehr Zeit für die Hunderunde
und fasste
nach über 70 Jahren das Ziel Strättligenturm ins Auge. Der Weg ist das Ziel. Dazu später mehr.
Im Schorenwald stürmten die Hunde aus dem Auto und ich startete Richtung Burgunderweg.
Die Freiherren von Strättligen waren eng verbunden mit den Zähringern, welche im älteren Haus Burgund
die "Herrschaft" des Königs wahrnahmen. Daher wohl der Name Burgunderweg.
Immer wieder diese herrliche Aussicht auf das Berner Dreigestirn - es gefällt mir viel besser als
das auch berühmte Dreigestirn von Kölle Alaaf - auch wenn die Jungfrau sich zeitweise schamhaft verhüllte.
Die letzte Seitenmoräne des Aaregletschers erlaubt nur steile Bergbauern-Viehwirtschaft. Die konkurriert
heute mit der wachsenden Stadt Thun. Dank den immer steigenden Bodenpreisen geht es
den letzten Landwirten hier sehr gut.
Herrschaftliche Villen mit Landluft neben der Kuhweide
Ziel voraus, endlich geschafft. Gleich geht es weiter, aber zuerst will ich die Aussicht geniessen.

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Endlich geschafft 01 Mai 2018 14:02 #2

Die Stadt ist "es Bitzeli" grösser, als zur Zeit der Strättliger, die später auf dem Schloss Spiez residierten
und die ganze Region von Därligen über Wimmis bis Rümligen beherrschten. der Strättligturm wurde
von den Bernern 1332 geschliffen.
Ob die Baumruinen zu Strättligers Zeiten noch Blühten??

Nun wollte ich natürlich die Burg erklimmen und einen Blick von der Zinne in die Runde werfen. Aber oha lätz.
Sie ist auch heute noch uneinnehmbar. Und so blieb eben der schöne Weg das Ziel.
P.S. Modern ist es ja, Eintritt zu verlangen und so den Unsinn des Vandalismus und "der Sauerei hinterlassen"
zu vermeiden. Aber man kann die Burg für Club-, Familien- und Firmenfeste mieten. Eine Autostrasse
führt bis 10m unter den Treppenanstieg.



Etwas Informationen


Der Rückweg auf dem Moränenkamm wird (leider) heute auch von Mountainbike benutzt.
Manchmal kann das zur Landplage werden.


Mächtig steht der Kastanienbaum mitten auf dem Strättlighügel in seiner vollen Blütenpracht.


Ich hoffe, es gelang mir die heisse Flimmerluft des wunderschönen Sommertages einzufangen


Zum Schluss das versöhnliche Bild eines natürlichen Stillebens 500m neben der Industriezone Gwatt,
aber hinter dem Hügelzug.

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Endlich geschafft 03 Mai 2018 10:16 #3

Herrlich, was Du uns da zeigst, Andreas. Der Fussweg über den Moränenkamm hat es mir besonders angetan aber die Wut kommt gleich beim Gedanken an störende Mountainbikers.... nirgends ist man deren mehr sicher. Gewarnt wird man auch nicht, denn weder sie noch die städtischen Schnellfahrer benutzen eine Fahrradklingel, wenn man Glück hat, hört man gerade noch einen lauten Fluch hinter sich.

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Endlich geschafft 03 Mai 2018 10:44 #4

Schön dein Bericht Andreas, über eine auch meiner liebsten Wanderungen. Du schreibst:

"der Strättligturm wurde von den Bernern 1332 geschliffen."

Meine Frage: Hatten die Berner dazu Schleifer eingesetzt wie sie angeblich bei der militärischen Ausbildung eingesetzt werden, oder wurden geschliffene Reden gehalten. Ich denke aber die Berner haben damals die Burgmauern geschleift, wobei das Wort "schleifen" seiner Herkunft nach mit schleissen schlissen, schleizen zu begreifen wäre. ;)

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Endlich geschafft 03 Mai 2018 11:53 #5

Genau so ist es, Erwin, wobei ich nicht sicher bin, ob es heissen müsste "die Berner haben den Strättligturm geschleift (geschleifft). Wie dem auch sei, jedenfalls scheint es sicher zu sein, dass die Berner schon vor den Burgunderkriegen schlecht zu sprechen waren auf die Burgunderhörigen Strättliger. Ich habe lediglich heraus gefunden, dass die historischen Berichte über die Stättliger dürftig und oft widersprüchlich sind.

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