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THEMA: Likia Yolu 1 Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018

Likia Yolu 1 Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 04 Jun 2018 15:56 #1

  • Emil Brüngger
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Samstag 28.04
Unsere Reise von Münsingen-Bern-Zürich Flughafen-Istanbul-Antalya ist problemlos verlaufen. Es gibt darüber eigentlich nichts zu berichten. Flugreisen sind alle gleich. Am Flughafen in Antalya werden wir von unserem Reiseleiter abgeholt, er kommt aus Europa, wohnt schon über dreissig Jahre im Land uns spricht sehr gut türkisch. Unser Chauffeur für die nächsten, Tage fährt mit uns mitten in die Altstadt, wo wir für die erste Nacht Quartier haben. Beim Nachtessen ist unsere Gruppe vollständig. Fast alle kennen einander von früheren Reisen mit unserem Guide. Entsprechend gut ist die Stimmung. Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Bummel zu nahe gelegenen Meer. In einem Restaurant wurden die alten und neuen Freundschaften mit einem Glas Raki begossen. Weil mitten in der Altstadt gelegen, ist unser Zimmer alles andere als ruhig. Das störte uns aber nicht, wir sind müde und schlafen schnell ein.

Sonntag 29.04.
Nach dem Morgenessen fahren wir alle zusammen zuerst einmal in einen grossen Supermarkt. Unser Reiseleiter kauft die Mittagessen für die nächsten Tage ein. Diese sind, während der ganzen Zeit immer gleich: Brot, Tomaten, Gurken, Oliven, Frühlingszwiebeln, Halbhartkäse und Feta. Jeder hat etwas Pfeffer und Salz bei sich, damit die Malzeiten auch wirklich gut werden. Unser Fläschchen Balsamico, welches wir dabei haben, teilen wir gerne mit den andern. Früchte und Halva gibt es zum Dessert. Halva ist eine beliebten Süssware, bestehend im Wesentlichen aus zerriebenen Sesamsamen, Zucker oder Honig sowie mit Pinien oder anderen Kernen. Halva gibt es im gesamten Orient in verschiedenen Varianten. Obendrein braucht jede Person einen Kanister mit 5 l Wasser für die nächsten Tage. Unser Wandergebiet liegt etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Malta oder Tunis. Das Thermometer steigt am Nachmittag bereits auf über 30°.

Zum Einstieg unserer Reise besuchen wir das historische Museum in Antalya. Die Exponate sind beeindruckend.



Als Nächstes fahren wir los in Richtung zu unserem Berghaus, unserer Unterkunft für die nächsten drei Nächte, in den Bergen auf ca. 1'200 m. ü. Meer.
Unterwegs halten wir bei einem Baumhaus, das um eine gewaltige Pinie herum gebaut worden ist. Es ist ein Teehaus. Serviert wird in kleinen Räumen, in luftiger Höhe. Bereits werden wir mit den ersten Gebräuchen der Türkei bekannt gemacht. Schuhe ausziehen, auf dem Boden sitzen oder knien, auf weichen Teppichen oder dünnen Matratzen. Nebst Tee gibt es Gösleme, Fladenbrote mit Gemüse, die gute Alternative zu unseren Pizzas. Sie sind allgegenwärtig in der Türkei und werden, immer frisch zubereitet, an vielen Orten angeboten.







Montag, 30.04.
Unsere erste Wanderung. Der Weg führt von unserem Berghaus in ca. vier Stunden nach Gedelma, einem kleinen Dorf in der Nähe. Unser erstes Stück auf dem lykischen Weg. Er führt uns über schöne Alpen, Wiesen und urtümliche Pinienwälder. Als Führer kommt ein Einheimischer mit uns, er ist Bergführer und war schon auf allen hohen Gipfeln in der Türkei, dem Kaukasus und auch in Nepal. Der lykische Weg wurde von Kate Clow, einer Engländerin, in den 90er Jahren initiiert, sie lebt in Antalya. Grundlage sind alte Wege, die zum Teil schon im Altertum begangen worden sind. Er führt von Fetije nach Antalya und hat eine Länge von ca. 509 km. Er ist der erste von heute diversen Weitwanderwegen in der Türkei. Viele finden ihn den Schönsten. Die Türken haben ein eigenes Verhältnis zu diesen Wanderwegen. Weil sie schlecht unterhalten werden, sind die Markierungen verblichen, so dass man sehr schnell vom richtigen Weg abkommen kann. Es kommt vor, dass wenn ein Grundbesitzer findet, dass er keine Wanderer auf seinem Grundstück will, einfach einen Zaun darum baut. Eine Umleitung gibt es nicht, so dass ein Weiterkommen schwierig und zeitraubend wird. Andere entfernen die entsprechenden Markierungen, erstellen eine Umleitung, die bei ihrem Gasthaus vorbei führt… Wegweiser sind zum Teil abgebrochen und werden nicht repariert. Wegen eines solchen Wegweisers waren wir, trotz Führer, einmal falsch unterwegs. Wir wandern nicht alleine. Russische, ukrainische und türkische Gruppen treffen wir, aber auch einzelne Touristen und Paare. Viele sind mit dem Zelt unterwegs.




Wilde Gladiolen






Dienstag, 1. Mai
Unser Chauffeur fährt uns heute mit seinem Kleinbus bis auf eine Höhe von ca. 1'600 m. ü. Meer. Unter eiheimischer Führung gehen wir heute durch einmalige Zedernwälder; Atlas-, Tauruszedern, und Schwarzkiefern sind vorherrschend. Einige Bäume haben Durchmesser bis zu einem Meter. Teilweise ist das Unterholz sehr dicht. Von den Aussichtspunkten aus sehen wir Gipfel die über 2000 m hoch sind und auf denen noch Schnee liegt. In diesen Wäldern gibt es Beozarziegen (Wildziegen), Wildschweine und wilde Pferde, die früher von Nomaden frei gelassen wurden. Am Boden finden sich viele Pferdeäpfel. Weiter leben Stachelschweine und Wölfe in den Wäldern Lykiens. Die Wildschweine, in grosser Zahl, sind schwere Schädlinge für die Landwirtschaft geworden. Sie werden gejagt, aber das Fleisch wird nicht gegessen. Sehr schade für das viele gute Fleisch welches einfach verdirbt.






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Likya Yolu 2 Wander- und Kulturferien in Llykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 04 Jun 2018 16:28 #2

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Mittwoch, 2. Mai
Nach dem Morgenessen wird unser Gepäck verladen. Wir fahren nach Myra zur früheren Grabstätte des heiligen Nikolaus.
Geschichte des hl. Nikolaus (Quelle: Wikipedia)
Geburtsdatum 15. März 270 (unsicher) Todestag 6. Dezember 343 (unsicher)
Historisches: (Quelle: Wikipedia) Über das Leben des historischen Nikolaus gibt es nur wenige belegte Tatsachen. Myra in Lykien, heute Demre, ist ein kleiner Ort etwa 100 km südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Im 4. Jahrhundert war der Ort Bischofssitz, die Einwohner sprachen Griechisch. Berichte über Nikolaus’ Leben stammen z. B. von Andreas von Kreta (um 700) und von einem Mönch Johannes aus dem Studitenkloster in Konstantinopel, das im 5. Jahrhundert gegründet wurde. Nach übereinstimmenden Überlieferungen wurde Nikolaus zwischen 270 und 286 in Patara geboren, einer Stadt in Lykien. Der Überlieferung zufolge wurde er mit 19 Jahren von seinem Onkel Nikolaus, dem Bischof von Myra, zum Priester geweiht und dann Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra. Während der Christenverfolgung 310 wurde er gefangen genommen und gefoltert. Sein ererbtes Vermögen verteilte er unter den Armen. Dies wird auch von den besser bezeugten Bischöfen des 4. Jahrhunderts Ambrosius von Mailand und Basilius von Caesarea berichtet und gilt dort als historische Tatsache. Um Nikolaus ranken sich dazu verschiedene Legenden.
Der heilige Andreas von Kreta und Johannes vom Studitenkloster berichteten, Nikolaus habe am Konzil von Nicäa teilgenommen und dort seinen Widersacher Arius geohrfeigt. Deshalb sei er zuerst verhaftet, gegen Ende des Konzils aber rehabilitiert worden. Nikolaus ist nicht in der Unterzeichner-Liste von Nicäa enthalten, die allerdings unvollständig überliefert ist. Andererseits gehört Bischof Theognis von Nicäa, den Nikolaus laut Andreas beim Konzil von der katholischen Sichtweise überzeugt haben soll, zu den historisch belegten Unterzeichnern.
Nach der Evakuierung der Stadt Myra und vor ihrer Eroberung durch seldschukische Truppen 1087 raubten süditalienische Kaufleute die Reliquien aus der Grabstätte des Heiligen in der heute noch bestehenden St.-Nikolaus-Kirche in Demre und überführten sie ins heimatliche Bari. Die Reliquien befinden sich in der eigens errichteten Basilika San Nicola.
Neuerlich behaupten türkische Archäologen, dass sie ein neues Grab unter der bestehenden Kirche gefunden hätten, welches wahrscheinlich das echte Grab sei. Leider könne es nicht geöffnet werden, weil sonst ein wertvolles Mosaik zerstört werden müsste. Zweckoptimismus?
Legenden: Es gibt eine ganze Anzahl von Legenden, die bekannteste:
Ein verarmter Mann beabsichtigte, seine drei Töchter zu Prostituierten zu machen, weil er sie mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten konnte. Nikolaus, noch nicht Bischof und Erbe eines größeren Vermögens, erfuhr von der Notlage und warf in drei aufeinander folgenden Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei Jungfrauen. In der dritten Nacht gelang es dem Vater, Nikolaus zu entdecken, ihn nach seinem Namen zu fragen und ihm dafür zu danken. Aufgrund dieser Legende wird der Heilige oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln als ikonografischem Heiligenattribut dargestellt. Quelle: Wikipedia
Das Phänomen Nikolaus: In der orthodoxen Kirche ist Nikolaus der wichtigste Heilige. Es ist tatsächlich erstaunlich, was für eine Karriere dieser Mann gemacht hat. Samichlaus, Väterchen Frost, Weihnachtsmann, Santa Claus in Amerika. Heute ist er in der ganzen Welt bekannt, auch in Fernost. Er ist der Heilige für Seefahrer, Kaufleute, Diebe usw. Jedenfalls scheint er zwischendurch ein resoluter Mensch gewesen zu sein, der auch im Stande war dem Kaiser zu widersprechen, was sehr ungewöhnlich und gefährlich war.
Die Kirche: Sie liegt heute ca. 6.00 m unter dem Niveau der neueren Stadt. Einerseits sinkt die Küstenregion ca. 2-3m ab pro 1000 Jahre. Andererseits konnte wegen der schlechten Zeiten ab dem 11. Jahrhundert die Flüsse nicht mehr unterhalten werden. So wurde die Kirche bei Unwettern rasch bis zum Dach verschüttet und erst im 19. Jahrhundert wieder frei gelegt.





Der aufgebrochene Sarg



Am Nachmittag wandern wir von Kapakli nach Uğasiz, in der Nähe des Meeres. Steinige Ebenen, karge Weideflächen für die Schafe, die wir antreffen. Hier wachsen Olivenbäume, Johannisbrotbäume sowie Steineichen. Die Luft riecht betörend nach Thymian und Oregano. Die Früchte der Johannisbrotbäume werden vor allem als Viehfutter gebraucht. Die Türken machen aber auch einen schmackhaften Sirup daraus. Heute baden wir zum ersten Mal im Meer. Herrlich, das Wasser ist in den Buchten mindestens 22° warm.





Unsere nächste Unterkunft ist in Kaş (Kasch), einem kleinen trendigen Badestädtchen. Wir wohnen in einem feinen Familienhotel. Am Morgen und am Abend essen wir auf der Dachterrasse, mit Blick auf die Stadt und das Meer. Die nächste Insel, 5 Meilen entfernt, heisst Meis und ist bereits griechisch. Mit einem Abendspaziergang zum Hafen und zurück lassen wir den Tag ausklingen, bie Glace und Tschai (Schwarztee)



Donnerstag, 3. Mai
Zuerst eine kurze Fahrt in die Nähe der Ruinenstadt Apollonia. Von dort wandern wir durch die Küstenebene nach Aperlai. Beide waren Städte des lykischen Bundes, auf welchen ich noch später zurückkommen werde. Nach der Eroberung durch die Römer wurden sie bedeutungslos und wegen der Einfälle der Sarazenen im 9. Jahrhundert aufgegeben. Bei Aperlai besteigen wir ein kleines Schiff. Wieder ist Badeplausch angesagt. Zwischendurch gibt es gegrillten Fisch. Später machen wir Halt bei der Kleinstadt Simea. Sie ist nur zu Fuss oder per Schiff erreichbar. Die Schulkinder fahren jeden Tag mit dem Schiff zur Schule.




Ein Wasserspeicher, Alter 2500 Jahre, immer noch in Gebrauch


Simea

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Likya Yolu 3 Wander- und Kulturferien inLykien/Südtürkei 04 Jun 2018 16:43 #3

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Freitag, 4. Mai
Heute ist Freitagsmarkt in Kaş. Ein typischer Bauernmarkt mit orientalischem Charme. Auch zwei Eisenwarenhändler sind da, klar, dass ich mir zwei Messerchen für meine Sammlung kaufe. Auch vom Reiseleiter bekomme ich eines geschenkt, was mich besonders freut. Ausserdem erstehe ich mir zwei Gürtel aus Kamelleder, sie sind besonders günstig hier. Anschliessend fahren wir nach Patara. Hier wohnen wir wieder in einem kleinen Familienhotel.




Gösleme, die gute Alternative zu Pizza, superfrisch!

Patara war eine der wichtigsten Städte im lykischen Bund. Im 3. Jahrhundert schlossen sich ca. 30 Städte zu diesem Bund zusammen, um beispielsweise gemeinsam Aussenpolitik oder Krieg zu führen. Je nach Grösse hatten die Städte eine bis drei Stimmen. Das ist die älteste Form der Demokratie, die wir heute kennen. Das Bouleuterion, Versammlungsplatz und Parlament, ist heute restauriert zu sehen. Charles de Montesquieu, 1689-1755, ein französischer Philosoph und Jurist entwickelte aufgrund dieses Vorbildes eine moderne Staatsverfassung mit Gewaltentrennung, die später zuerst von den USA und vielen weiteren Ländern, so auch der Schweiz übernommen wurde. Nach der Eroberung durch die Römer wurde Patara zum Sitz des römischen Stadthalters. Heute ist die Ruinenstadt weitgehend versandet.




Das älteste Parlament der Welt




Eine Haubenlerche auf einem Säulenstumpf

Der Strand von Patara ist der grösste in der ganzen Türkei. Seine Länge ist über 12 km, die Breite 100-200 m. Hinter dem Strand erheben sich mächtige Dünen. Er ist bis heute weitgehend leer. Gerade rechtzeitig konnte die Überbauungen mit Hotels hinter den Dünen verhindert werden weil wichtige Altertümer unter dem Boden vermutet werden. Auch die Hotelbesitzer im neuen Patara wehren sich mit allen Kräften gegen allfällige weitere Konkurrenz.
Am Strand von Patara legen die Karettschildkröten ihre Eier in den Strand. Es ist darum verboten, sich nachts am Strand aufzuhalten. Nach dem Schlüpfen eilen die kleinen Tiere in der Nacht zum Meer und verschwinden in den Weltmeeren, um nach zwanzig bis dreissig Jahren wieder an denselben Strand zurück zu kommen und wieder ihre Eier zu vergraben. Das machen sie seit 95 Millionen Jahren so.




Unsere Kleiderordnung

Das moderne Patara ist ein nicht sehr grosses Dorf, es liegt ca. 2 km vom Meer entfernt. Dazwischen liegt das antike Patara und der Strand mit seinen Dünen
Nachmittag: Spaziergang durch die Ruinenstadt. Besichtigung des ersten Parlamentes der Welt, Sitz des lykischen Bundes. Als Abschluss des Tages baden wir am einsamen Strand von Patara.

Samstag 5. Mai
00.30 Uhr tönt laute Musik durch das Dorf, eine dumpfe und eine helle Trommel sowie eine Schalmei. Melodie und Rhythmen sind archaisch, sie gehen mir unter die Haut. Zeichen einer sich ankündigenden Hochzeit. Der Bräutigam verabschiedet sich von seinen Freunden, wahrscheinlich nicht nur mit Wasser… Am Nachmittag treffen wir die Braut in einem feuerroten Kleid zwischen den Ruinen von Patara bei einem Fotoshooting. Rot ist die traditionelle Farbe für die Braut. Am Abend ist sie weiss gekleidet. Das ganze Dorf nimmt am Fest teil, bei einer veritablen Disco.
Die heutige Wanderung beträgt ca. 4 Std. Sie geht durch Oliven- und Pinienhaine, zu einem guten Teil dem Delikkemer entlang, einem Druckwasseraquädukt, in der totalen Länge von 35 km. Mit dieser Leitung wurde die Stadt Patara in der Antike mit Wasser versorgt, eine Meisterleistung der Römer. Unsere Wanderung endet wiederum, wie könnte es anders sein, am Strand von Patara mit einem Bad im Meer.


Römische Druckwasserleitung 35 km lang

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Likya Yolu 4, Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 04 Jun 2018 17:11 #4

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Sonntag 6. Mai
Eine abenteuerliche Bergfahrt bringt uns nach Bel, einem kleinen Bergdorf. Der Weg führt uns über den nahen Pass und dann eine steile Bergflanke hinunter, mit lockerem Wald und Gebüschen, wiederum an den Strand von Patara. Die Aussicht ist bezaubernd und die ätherischen Gerüche betörend.



Anschliessend besuchen wir das Leto-Heiligtum. Leto war die Geliebte des Zeus und gebar ihm auf der schwimmenden Insel Delos die Zwillinge Artemis und Apollo. Auf ihrer Flucht vor Hera, der eifersüchtigen Gattin des Zeus, gelangte sie nach Lykien, wo sie ihre Kinder waschen wollte. Hirten, die das zu verhindern versuchten, verwandelte Leto zur Strafe in Frösche. Dieser Mythos hat ein Körnchen Wahrheit. Die Frösche quaken immer noch sehr laut in den Ruinen.




Eine wahre Geschichte!

Montag, 7. Mai
Heute ist ein Nekropolentrip angesagt. Wir besuchen Pinara, Tlos und Xanthos. Eine Wanderung von 2 ½ Std. führt uns zunächst durch Pinara mit seinen vielen Gräbern. Das Wetter beginnt sich zu verändern. Stundenlang grollt der Himmel hinter den nächsten Bergen.




Diese Steineiche, neben Marianne ist sicher gegen 1000 Jahre alt





Bei der Weiterfahrt nach Tlos ist die Strasse plötzlich gesperrt. Die Brücke über den Fluss Xanthos macht einen lamentablen Eindruck. Die Brückenpfeiler scheinen abgesunken zu sein. Beidseits der Strasse stehen Tafeln, wie sie bei uns für die gesperrte Fahrrichtung bei Einbahnstrassen verwendet werden. Eine Absperrung besteht nicht. Unser Chauffeur fährt ratlos an den Strassenrand. Sogleich werden wir von zwei Fahrzeugen überholt, die zügig über die Brücke fahren… Also fahren auch wir hinterher… Eine Problemlösung auf türkisch. Bei der Rückfahrt kreuzen wir kurz vor der Brücke einen grossen Trucker. Ob er auch über die Brücke gefahren ist?
Der Himmel hat sich verdunkelt, es beginnt zu regnen. Unser Guide lässt bei einem Kaffeehaus anhalten, mit einem grossen Dach über den Sitzplätzen. Da lässt es sich bequem speisen, mit einem anschliessenden Mittagsschläfchen. Das Schapsfläschchen mit Vielle Prune kreist unter dem Tisch.
Traditionell trinkt man in den Kaffeehäusern Schwarztee (Tschai) und eher selten türkischen Kaffee. Warum? Nach dem Zusammenbruch des osmanischen Reiches, 1918, wurden die Türken von ihren Kaffeeanbaugebieten abgeschnitten. Sie mussten ihn für viel Geld importieren, was für viele zu teuer wurde. Also begannen sie am Schwarzen Meer Tee anzupflanzen. Das wichtigste Getränk wurde der Schwarztee. Er wird sehr konzentriert angebrüht und anschliessend mit heissem Wasser verdünnt.
Tlos, ursprünglich ebenfalls eine Stadt des lykischen Bundes, war besiedelt seit der Bronzezeit. Später wurde sie von den Byzantinern mit dem Material der alten Tempel zur Festung gegen die Türken ausgebaut. Auch hier dominieren die Felsengräber. Eines, nur mit leichter Kletterei zugänglich, ist mit einem Relief des Bellerophon mit Pegasus geschmückt, das sog. Grab des Bellerophon.


Die Festung Tlos mit den untenliegenden Gräbern


Kapernblüten und -Knospen

Die Sage von Bellerophon (Quelle: Wikipedia) Bellerophon wurde aus Korinth verbannt, weil er aus Versehen seinen Bruder, der entweder Deliades, Peiren oder Alkimenes hieß, erschlagen oder einen Mitbürger namens Belleros ermordet hatte. Er hoffte, dass ihn König Proitos von Tiryns reinigen werde, doch nachdem er sich am Hofe niedergelassen hatte, wurde er von der Königin begehrt. Aus Kränkung über Bellerophons Zurückweisung berichtet sie ihrem Gatten, Bellerophon habe sie geschändet. Proitos glaubte seiner Frau, traute sich aber nicht, Bellerophon zu bestrafen, da er sein Gastfreund war. Daher schickte Proitos Bellerophon mit einer Schreibtafel nach Lykien zu seinem Schwiegervater König Iobates. Proitos’ Gattin brachte sich nach Bellerophons Weggang um.
Iobates verbrüderte sich bei Bellerophons Ankunft mit ihm und veranstaltete ihm zu Ehren ein neuntägiges Festgelage; dann erst öffnete er den Brief, der folgende Botschaft enthielt: „Der Inhaber dieses Briefes ist aus der Welt zu schaffen: er versuchte meine Gattin, deine Tochter, zu schänden. Aber auch Iobates wagte es nicht, Bellerophon zu ermorden, denn er fürchtete die Erinyen. (Rachegöttinnen) Stattdessen gab er dem Gast den vermeintlich tödlichen Auftrag, die feuerspeiende Chimära niederzustrecken, welche die benachbarte Landschaft Karien verwüstete.
Der lykische Seher Polyidos verkündete Bellerophon, dass er für seine Exkursion Pegasus benötige. Um in den Besitz des geflügelten und ungezähmten Pferdes zu gelangen, solle er im Tempel der Athene schlafen. Im Traum erschien ihm die Göttin, legte ein goldenes Zaumzeug neben ihn und sprach: „Was schläfst du, Prinz des Hauses Aiolos? Komm und ergreife dieses Amulett für das Ross und zeige es dem Pferdebändiger, deinem Vater (gemeint ist Poseidon), während du ihm einen weißen Stier opferst.“[7] Bellerophon nahm das Zaumzeug an sich. Polyeidos verriet ihm, dass Pegasus gewöhnlich an der unversiegbaren Quelle der Peirene bei der Zitadelle von Korinth, Bellerophons Geburtsstadt, trank, und dort konnte der Held das Pferd überraschen und zäumen.
Andere Autoren schildern, dass Bellerophon Pegasus gebändigt und gezäumt von Athene entgegennehmen konnte. Pausanias berichtet, dass der Rossezähmer Poseidon seinem Sohn das Tier übergab. Bellerophon bestieg sein Ross und flog mit ihm nach Karien.
Zwar gelang es Bellerophon mit Hilfe seines geflügelten Pferdes Pegasus, die Chimära aufzufinden, doch widerstand diese seinem Pfeilhagel. Als er der feuerspeienden Bestie so nahekam, dass er die Hitze ihres Atems spürte, hatte er einen Gedankenblitz. Er beschaffte sich einen Bleiklumpen und steckte diesen auf die Spitze seines Speers. Dann griff er die Chimära frontal an, und während er im letzten Moment abdrehte, brachte er den Klumpen im fauchenden Rachen des Tieres unter. Der feurige Hauch der Bestie brachte das Blei zum Schmelzen und verstopfte ihre Atemwege, worauf sie erstickte. Bellerophon kehrte daraufhin zu König Iobates zurück.
Bellerophons Triumph war jedoch nicht im Sinne Iobates und jener übertrug ihm deshalb weitere gefährliche Aufträge. Zuerst musste er gegen das Nachbarvolk, die Solymer, zu Felde ziehen. Er besiegte sie ebenso wie danach die Amazonen. Auf dem Rückweg vom Kampf gegen die Amazonen entging er einem Hinterhalt, den ihm die besten Männer Lykiens auf Befehl Iobates gestellt hatten.
Nachdem alle Versuche, Bellerophon umkommen zu lassen, fehlgeschlagen waren, glaubte Iobates, Bellerophon sei ein Liebling der Götter, trachtete ihm nicht mehr nach dem Leben, gab ihm seine Tochter Philonoe (je nach Überlieferung auch Antikleia oder Kassandra) zur Frau und schenkte ihm die Hälfte seines Königreichs Lykien. Philonoe gebar Bellerophon die Söhne Isandros und Hippolochos sowie die Tochter Laodameia.
Bellerophon soll später übermütig geworden sein und versucht haben, mit Pegasus zum Olymp zu fliegen. Diese Überschätzung erzürnte Zeus und er schickte eine Bremse, die das Pferd stach, sodass dieses seinen Reiter abwarf. Bellerophon fiel in einen Dornenbusch und war für den Rest seines Lebens verkrüppelt und erblindet; die Menschen meidend irrte er einsam und trübselig umher. In einem Felsengrab in der antiken Stadt Tlos in Lykien, nahe der heutigen türkischen Stadt Fethiye, das Bellerophongrab genannt wird, sind Darstellungen des Helden und des Pegasos zu sehen. Bellerophons Enkel Glaukos führte die Lykier in den troyanischen Krieg.
Weiter besuchen wir Xanthos, ein Unesco Weltkuturerbe.
Die schönsten Reliefs befinden sich in London im Museum. Warum? Erklärungen folgen später im Kapitel Etwas Geschichte des osmanischen Reiches in Kürze.
Nach der Besichtigung von Xanthos fahren wir zu unserer letzten Unterkunft, einer kleinen Pension in Faralaya, wiederum nahe am Meer.

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Likya Yolu 5, Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 04 Jun 2018 17:58 #5

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Am Schluss dieses Tages ist noch die Besichtigung von Xantos angesagt, Ein Unesco Weltkulturerbe.




Die schönsten Reliefs befinden sich in den Europäischen Museen, die Schönsten sind im Britischen Museum. Warum? Erklärungen folgen später im Abschnitt Etwas Geschichte über das Osmanische Reich in Kürze

Nach der Besichtigung fahren wir zu unserer letzten Unterkunft, einer kleinen Pension in Faraya

Dienstag, 8. Mai
Zum Ausgangspunkt unserer Wanderung fahren wir nach Alιnca (sprich Alenca) Dort steigen wir etwa ¾ Std auf, bis der Führer merkt, dass wir offenbar auf dem falschen Wanderweg sind. Unser Chef ist nicht verlegen. Er bespricht die Sache mit einem Bauern, der gerade in der Nähe ist. Dieser holt seinen Traktor mit Wagen. So fahren wir etwas tiefer als unseren Ausgangspunkt, zurück. Eine fröhliche Fahrt. Dort sehen wir den für uns wichtigen Wegweiser. Die Tafel ist abgebrochen und liegt ca. 20m weiter hinten auf einem Mäuerchen… Darum war sie nicht sichtbar für unseren Führer.


Diese Fahrt ist eine bleibende Erinnerung



Mittwoch 9. Mai
Marianne hat heute Geburtstag. Vor unserem Zimmer steht ein kleiner Blumenstrauss. Zudem werden wir mit schönen Geburtstagsliedern begrüsst, nicht einfach nur mit Happy Birthday. Die Küche beehrt uns mit einem Geburtstagskuchen. Wir sind gerührt.



Heute geht die Fahrt nach Kayaköy, einem griechischen Geisterdorf, das ursprünglich Livissi hiess. In den ca. 3'500 Häusern lebten bis zu 10'000 Griechen, die 1920 alle vertrieben wurden. Doch, wie kam es dazu?







Innenansicht der Kirche: Internet, die Kirche ist gesperrt, wegen Einsturzgefahr

Etwas Geschichte des Osmanischen Reiches in Kürze
Bei der zweiten Belagerung von Wien, 1683, stand das osmanische Reich auf seinem Höhepunkt. Die Belagerung endete katastrophal. Wegen des kommenden Winters musste sie vorzeitig abgebrochen werden. Durch das schlechte Wetter, mit ausserordentlichen Regenfällen und dem Druck des Habsburgischen Heeres löste sich das osmanische Heer fast vollständig auf. Die nachfolgenden Kriege endeten meist mit einer Niederlage der Osmanen. Die Russen nahmen den Türken im Osten viele Gebiete weg. Wegen des Seeweges nach Indien verlor die Seidenstrasse ihre Bedeutung für Europa. Wegen des masslosen Goldimportes der Spanier, von Südamerika, sank der Goldpreis massiv. Die Engländer hielten sich schadlos, indem sie viele spanische Goldtransporter kaperten. Eine Handelsbilanz gab es nicht, die Türken merkten gar nicht wie sie verarmten. Immer mehr Produkte wurden von Europa importiert, was weiter zur Verarmung des Landes führte. Der Sultan musste immer mehr Geld von den Europäern leihen. Als Folge wurden die Handelsverträge für Europa immer vorteilhafter. Das erklärt, warum sich die Europäer, v.a. die Engländer sich schamlos an den archäologischen Schätzen bedienen konnten. Die Industrialisierung wurde vom Sultan verschlafen. 1875 musste das osmanische Reich den Staatskonkurs anmelden. In Europa sprach man nur noch vom kranken Mann am Bosporus. In den beiden Balkankriegen 1912/1913 ging der ganze Balkan für die Türken verloren. Tausende von ihnen mussten den Balkan als Flüchtlinge verlassen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen vor allem die Deutschen sich im osmanischen Reich zu engagieren. Beim Ausbruch des ersten Weltkrieges konnte der Sultan gar nicht anders, er musste sich im Krieg gegen die Entende engagieren. Zu tief stand er in der Schuld der Deutschen. Die Folgen sind bekannt. Im Vertrag von Sèvres wurde das osmanische Reich filetiert. Der nahe Osten wurde von den Franzosen und Engländer besetzt, welche nach Erdöl gierten. Von der Südküste am Mittelmeer sollte ein beträchtlicher Teil an Griechenland gehen. Mit grosser Freude besetzte die Griechische Armee dieses Gebiet. In ihrem Enthusiasmus gingen sie aber noch viel weiter, als im Vertrag von Sèvres vorgesehen war. Sie besetzten weitere grosse Gebiete und wurden dabei von der ansässigen griechisch stämmigen Bevölkerung tatkräftig unterstützt. Von den Türken wurde das als ein Dolchstoss ihrer eigenen Landsleute empfunden. Unter Kemal Atatürk wurde die moderne Türkei gegründet und die Armee nahm die Rückeroberung der Gebiete am Mittelmeer und an anderen Orten unverzüglich auf. Die Entende mochte nicht eingreifen, hatten die Griechen ihr Fuder doch zu stark überladen. Zudem war Europa kriegsmüde. Als Folge wurden 1.5 Millionen Griechen in die Flucht getrieben, die immerhin schon 3000 Jahre in diesem Gebiet gelebt hatten. Die Griechen vertrieben im Gegenzug rund 350'000 Türken. Die vertriebenen Griechen konnten kein griechisch, die vertriebenen Türken kein türkisch. Alles wurde am Schluss mit einem Staatsvertrag besiegelt. Ähnliche Szenen spielten sich auch in Armenien ab, nur wurden die Armenier in die syrische Wüste, direkt in den Hungertod getrieben.

Zurück, zu unseren Abenteuern: Eine schöne Wanderung führt uns von Kayaköy über einen kleinen Hügel, nach Ölüdeniz, zur Blauen Lagune. Kurz vor der Blauen Lagune, wo wir gerne gebadet hätten, stürzt Kathrin, eine unserer Teilnehmerinnen auf dem abschüssigen Weg unglücklich. Ihre Schmerzen im rechten Fussknöchel sind so gross, dass sie von Peter per Huckepack heruntergetragen werden musste. Zum Glück nur ein paar 100 m, aber auf einem steilen Weg mit grosser Rutschgefahr. Eine gute Leistung von Peter. Mit Baden in der Lagune wird nichts. Die ganze Gruppe fährt zum nächsten Spital nach Fetije, der nächsten grösseren Stadt. Innert ¾ Stunden hat der zuständige Arzt die Diagnose gestellt, samt Laboruntersuch und Röntgenbildern: Ein gebrochenes Wadenbein. Kathrin wird am gleichen Abend noch operiert und kommt am nächsten Tag zu uns zurück. (Kaution in bar Fr. 6'500.00). Laut Auskunft des Arztes wäre ein Transport in die Schweiz ohne Operation nicht in Frage gekommen. Wir sind beeindruckt von den guten Leistungen der Ärzte und des Spitals. Kathrin wird mit uns zusammen wieder nach Zürich fliegen.
Zu unserem Bad sind wir trotzdem noch gekommen, am Strand in der Nähe unserer Pension. Leider muss Kathrin anschliessend zuhause einen äusserst mühsamen Heilungsverlauf hinnehmen.

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Likya Yolu 5, Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 04 Jun 2018 20:56 #6

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Donnerstag, 10. Mai
Heute fahren wir nochmals nach Ölüdeniz. Wir steigen über die Bergflanke des Babadag nach Kirme. Es ist schwülheiss und wir salzen unsere Kleider gehörig, aber der Ausblick aufs Meer ist sehr schön. Über uns kreisen zahlreiche Gleitschirme. Der Startplatz ist hoch über uns. Vor Kirme, einem kleinen Bauerndorf kehren wir nochmals in einem kleinen Kaffeehaus ein und trinken Tee. Die Atmosphäre ist herzlich. Ein grosser Blumengarten steht vor dem Haus. Eine einfache Bauernfrau mit grosser Ausstrahlung bewirtet uns. Orientalische Gastfreundschaft.


Sicht auf Ölüdeniz mit der Blauen Lagune




Der (Tee-) Hausherr ist 96 Jahre alt und hat auch viele Geschichten erlebt

Freitag, 11. Mai
Heute ist Ruhetag, das lange dauernde Gewitter am Morgen stört uns nicht. Noch einmal geniessen wir das Bad in der Ägäis.







Samstag, 12. Mai
Über unsere Heimreise gibt es wieder nichts Besonderes zu erzählen. Wir sind gut nach Hause gekommen, mit vielen Erlebnissen reicher.
Zur Situation in der Türkei heute: Im Alltag merkt man nichts von den politischen Spannungen. Diskussionen mit Touristen sind begreiflicherweise nicht erwünscht. An der Mittelmeerküste hat es zahlreiche kleine Hotels, Familienbetriebe, die nicht ausgelastet sind. Die europäischen Gäste fehlen ihnen und sie verstehen nicht, dass diese fern bleiben. Sie bezahlen gewissermassen den Preis der offiziellen Politik. Ihr Ärger und Hass sind dem entsprechend gross. Es scheint, dass Präsident Erdogan nicht mehr die Mehrheit seines Volkes hinter sich hat. Der katastrophale Zerfall der türkischen Lira ist zu seinem grössten Gegner geworden. Allein im Mai dieses Jahres betrug sie 12%! Einige Verbündete werden sich darum von ihm abwenden. Die vorgezogenen Neuwahlen, am 23. Juni, werden mit Spannung erwartet, zumal sich die Opposition auf einen gemeinsamen Kurs geeinigt hat, was bis jetzt noch nie der Fall war. Gross ist das Erschrecken, wie schnell sich das Land in Richtung Diktatur bewegt. Sollte Präsident Erdogan die Wahlen verlieren, wird er sich kaum so einfach von der Macht verdrängen lassen. Man darf gespannt sein, was er sich alles einfallen lässt. An vielen Orten ist das Bild von Kemal Attatürk aufgehängt. Ein stiller, mutiger Protest. Attatürk steht für eine laizistische, demokratische Türkei, mit der Präsident Erdogan nicht viel anfangen kann. Das Grundproblem des Landes ist, dass die Bevölkerung zutiefst gespalten ist zwischen der Moderne und der Tradition, Europa und Orient. Sorgen für die Zukunft dieses schönen und interessanten Landes sind berechtigt.


Kemal Atatürk ist nicht unumstritten aber niemand hat die Türkei so in die Moderne getrieben wie er.

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Likia Yolu 1 Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 04 Jun 2018 21:45 #7

Hallo Emil,
danke für Deinen grossen Bericht über Deine Wander- und Kulturferien in der Türkei. Habe noch nicht alles gelesen, bin ja erst jetzt auf diesen Bericht gestossen. Mach weiter so.

Ich für mich werde mich am nächsten Sonntag mit einigen SAC-Senioren von Kirchberg zum Wandern ins Toggenburg übersiedeln. Mal sehen, vielleicht reicht es auch zu einem Bericht.

Liebe Grüsse Baeremanni

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Letzte Änderung: von Baeremanni.

Likya Yolu 5, Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 05 Jun 2018 11:54 #8

vielen dank für diesen so ausführlichen bericht. ich konnte eine wunderbare reise in eine mir unbekannte ecke unternehmen. ein grosses BRAVO für eine "riesenbüez".

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Likya Yolu 5, Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 09 Jun 2018 22:11 #9

Ist dir ja super gelungen, deinen Reisebericht zu gestalten, Emil. Gratuliere. Ich musste mich eben mal auf Google-Map ins Bild setzen, wo an der türkischen Küste diese Gegend zu finden ist. Klar, ich wurde fündig. Der lange sandige Strand von Patara ist nicht zu übersehen.
Entdecke aber soeben, dass da oben ein ganzer Beitrag die Bilder verloren hat. Vielleicht kann ja JPG diese wieder verlinken. Das ist schon mal so passiert und wir wussten nicht, wohin und warum plötzlich Bilder verschwinden.
WillY

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Likya Yolu 5, Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 10 Jun 2018 14:57 #10

  • Emil Brüngger
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Lieber Willy
Heute morgen wurde ich Durch Jean Pierre informiert. Die Bilder habe ich im nach geliefert. Ich habe keine Ahnung, wie das passiert ist.
Freundliche Grüsse
Emil

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Likya Yolu 5, Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 10 Jun 2018 17:55 #11

Da bist du sicher nicht schuld, Emil. Es weiss es niemand, warum Bilder einfach so verschwinden. Es hängt vielleicht mit den Erneuerungen zusammen, die in den letzten Tagen mit der Software stattgefunden haben.
WillY

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Letzte Änderung: von WillY.

Likya Yolu 5, Wander- und Kulturferien in Lykien/Türkei 28.04.-12.05.2018 11 Jun 2018 11:29 #12

so, nun ist der ganze Beitrag wieder mit allen Bildern bestückt


Jean-Pierre Guenter

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Jean-Pierre Guenter
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